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Streit beigelegt? Gewerbegebiet bei Altentreptow soll kleiner werden

Altentreptow / Lesedauer: 3 min

Was eine Erweiterungsfläche für die Molkerei betrifft, scheint die Stadt mit den Anwohnern einen Kompromiss gefunden zu haben. Sind die Beschwerden damit vom Tisch?
Veröffentlicht:11.05.2023, 06:38

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Der Plan der Stadt Altentreptow, 84 Hektar an der L 35 als „Grünes Gewerbe- und Industriegebiet“ auszuweisen, hatte die Einwohner aus Rosemarsow, Klatzow und Klatzow–Ausbau zuletzt auf die Barrikaden gebracht. Inzwischen scheinen sich die erhitzten Gemüter aber wieder ein wenig beruhigt zu haben. Denn Bürgermeisterin Claudia Ellgoth (parteilos) und Stadtvertretervorsteher Gerhard Quast (Altentreptower Wählergemeinschaft) haben die vergangenen Wochen genutzt, um mit den Anwohnern der betroffenen Ortsteile bei mehreren Vor–Ort–Terminen ins Gespräch zu kommen. „Wir nehmen die Beschwerden sehr ernst und bemühen uns intensiv darum, konkrete Problematiken, die am Standort der Molkerei entstehen, mit allen beteiligten Akteuren in den Griff zu kriegen“, informierte die Rathauschefin im jüngsten Bauausschuss.

Kritik war im Staatlichen Amt so nicht bekannt

So sei dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) laut Verwaltung gar nicht bewusst gewesen, dass sich die Bürger in ihrer Lebensqualität so massiv eingeschränkt fühlen. Einige Klatzower hätten sich daraufhin bereit erklärt, ihre gesammelten Unterlagen und Aufzeichnungen von zurückliegenden Messungen dem StALU als Arbeitsgrundlage zur Verfügung zu stellen, so Ellgoth.

Die Einwohner hatten Geruchs– und Lärmbelästigungen beklagt, die sie der  Deutschen Milchkontor GmbH (DMK) zuschreiben. Ihrem Empfinden nach würde das Unternehmen die vorgeschriebenen Emissionsgrenzwerte seit Jahren überschreiten. Geforderte Eindämmungsmaßnahmen seien „durch Aussitzen ignoriert worden“, heißt es in einer Petition, mit der die Bürger die Verwaltung jüngst auf den angeblichen Verstoß aufmerksam gemacht hatten. Weitere Industrieansiedlungen in der angedachten Größenordnung seien für sie daher ein absolutes No–Go. 

Umstrittene Fläche verkleinert

Nach den Gesprächen der Stadtverwaltung mit den betroffenen Bürgern ist für Ende Mai ein weiterer Termin geplant, bei dem mit der Werksleitung des DMK über konkrete Eindämmungsmaßnahmen beraten werden soll, sofern die Untersuchungsergebnisse der zuständigen Umweltbehörde die Vorwürfe der Bürger bestätigen sollten. „Wir werden den Prozess als Moderator begleiten und eine optimale Lösung finden“, versicherte die Bürgermeisterin. 

Außerdem habe sich die Stadt mit den Anwohnern darauf einigen können, die vorgesehene Fläche im Bebauungsplan nach mehreren Anpassungen erneut zu verkleinern. Zuletzt war von 28 Hektar die Rede. In der überarbeiteten Beschlussvorlage sind es jetzt insgesamt 14,5 Hektar, damit ist vom ursprünglichen ausgewiesenen Gebiet bei Klatzow weniger als ein Fünftel übrig geblieben.

„Derzeit keine Bestrebungen für Werksvergrößerung“

„Und dieses Areal ist wirklich nur als mögliche Erweiterungsfläche für das DMK gedacht, wobei es von deren Seite aus derzeit keine Bestrebungen gibt, das bestehende Werk zu vergrößern. Unser Fokus liegt nach wie vor auf dem Standort bei Grapzow in Richtung Autobahn“, stellte Ellgoth klar.

Vor diesem Hintergrund muss der Aufstellungsbeschluss vom März 2022 erneut geändert werden. Obwohl der Bauausschussvorsitzende Roman Krepelin (Altentreptower Wählergemeinschaft) nicht gerade begeistert darüber war, erst zur Sitzung eine entsprechende Vorlage präsentiert zu kommen, stimmten er und alle anderen Mitglieder des Gremiums am Ende geschlossen für eine Verkleinerung der Fläche. „Ich würde mir aber in Zukunft wünschen, dass wir als politische Entscheidungsträger gerade in solchen heiklen Angelegenheiten die Möglichkeit bekommen, uns vorab näher mit eventuellen Änderungen zu befassen und nicht bei der Abstimmung vor vollendete Tatsachen gestellt werden“, monierte Krepelin, woraufhin ihn die Bürgermeisterin zur nächsten Austauschrunde mit den Bürgern einlud. Die endgültige Entscheidung zum grünen Gewerbegebiet obliegt der Stadtvertretung.