Preissprünge

Tierschützer befürchten für dieses Jahr mehr Aussetzungen

Neubrandenburg / Lesedauer: 2 min

Die Preise für Futter und Tierarztbesuche sind in den letzten Monaten stark gestiegen. Doch nicht nur das bereitet Tierschützern in und um Neubrandenburg Sorgen.
Veröffentlicht:06.01.2023, 05:54
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Von:
  • Author ImagePablo Himmelspach
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Es sind harte Zeiten für Tierschützer: Erst wurde Futter infolge des Ukraine-Krieges teurer, dann hoben im November die Tierärzte die Preise an. Für Tiere und ihre Halter könnte das dramatische Auswirkungen haben. Kurt Kadow, Mitglied des Tierschutzvereines Neubrandenburg, rechnet damit, dass mehr Tiere im Laufe des Jahres ausgesetzt werden. „Wir erwarten, dass sich einige Besitzer mit geringem Einkommen ihre Tiere nicht mehr leisten können“, so Kadow. Bislang sei das jedoch noch nicht spürbar.

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Monique Hilsenstein, Leiterin des Gnadenhofes in Sadelkow, teilt die Befürchtungen. „Vor allem im November, als die Tierärzte die Preise angehoben haben, hatten wir Angst.“ Mehr Aussetzungen verzeichne sie zum Glück noch nicht – dennoch ist die Situation angespannt. Die gestiegenen Kosten üben einen hohen Druck auf das Tierheim aus, schildert die Leiterin. „Man kämpft jeden Monat. Wir müssen uns wirklich dreimal überlegen, ob wir ein Tier nehmen.“ Dabei stünden selbst die Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiter auf der Kippe.

Tiere oft leichtsinnnig angeschafft

Das Neubrandenburger Tierheim verzeichnet einen Anstieg der Abgabeanfragen. Das liege aber nicht an den gestiegenen Preisen, meint eine Mitarbeiterin. Die Halter seien oft überfordert: „Die Leute melden sich zuhauf, weil sie sich leichtsinnig ein Tier angeschafft haben.“

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Der Mitarbeiterin zufolge zeigt sich darin ein gesamtgesellschaftliches Problem. Durch das Internet und Angebote wie „Ebay Kleinanzeigen“, sei es immer leichter, an Tiere zu gelangen. Auch deshalb nehme die Zahl der Abgaben zu. „Die Wegwerfgesellschaft ist bei den Tieren angekommen“, sagt die Mitarbeiterin.