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Tourismuskonzept

Tollense-Region will beim Tourismus in die nächste Liga aufsteigen

Neubrandenburg / Lesedauer: 3 min

Anders als die Seenplatte spiele man beim Tourismus noch in einer anderen Liga. Doch die Tollense-Region von Altentreptow bis Hohenzieritz will mehr.
Veröffentlicht:02.12.2023, 17:49

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Ein gemeinsames Tourismus-Konzept für die Tollense-Region von Altentreptow bis Hohenzieritz nimmt konkrete Formen an. Wie sich bei einer Vorstellung der Ergebnisse eines Tourismus-Konzepts abzeichnete, das durch die Stadt Neubrandenburg beauftragt wurde, können sich die Anliegergemeinden und -ämter dafür einen gemeinsamen Tourismus-Koordinator vorstellen. Dessen Anstellung ließe sich möglicherweise über Fördermittel finanzieren.

Großes Einzugsgebiet

Anwendung finden soll das Tourismuskonzept nach Fertigstellung auf ein ausgedehntes Einzugsgebiet, das vom Südzipfel des Tollensesees bis nach Altentreptow reicht. Mit am Tisch sind auch Penzlin, Hohenzieritz, Blumenholz und Groß Nemerow sowie mit etwas Verspätung Burg Stargard. Im Mai waren rund 40 Vertreter von Vereinen und Verbänden sowie Ämtern und Anrainergemeinden des Tollensesees und der Tollense im Haus der Kultur und Bildung (HKB) in Neubrandenburg zu einem großen Auftakt-Workshop zusammengekommen.  

Ergebnis ist ein 90-seitiges Papier, das jetzt in Teilen im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt wurde. Frank Renner, Neubrandenburger Leiter für Stadtplanung, Wirtschaft und Bauordnung, sagte, mit dem zweiten Anlauf für ein Tourismuskonzept solle der touristischen Entwicklung eine konzeptionelle Grundlage gegeben werden. Er appellierte: „Nur gemeinsam wird es uns gelingen, den Tourismus in der Region voranzubringen.“

Tanja Brunnhuber von der Tourismusberatung „Destination to Market“ unterstrich bei der Vorstellung, dass es in der Region hervorragende Angebote gebe, die viel stärker nach außen kommuniziert werden müssten. Das Tourismuskonzept sieht insgesamt sechs Handlungsfelder vor, die neben Außendarstellung Aktivtourismus und Naturschutz, Beherbergung und Gastronomie, Geschichte und Kultur, Mobilität und Innenmarketing umfassen.

Wandertouren und Radtourismus

Entsprechend werden in dem Konzept Prioritäten vorgeschlagen, die ab 2024 umgesetzt werden könnten, wie die Beraterin es ausdrückte. Hohe Priorität misst das Büro dabei neben einem „Qualitätsoffensiven Radtourismus“ und einer „Wander-Konzeption Tollense-Region“ einer Tourismuskoordinationsstelle sowie einem Ansiedlungsmanagement für neue Beherbergungsbetriebe bei.

Die Tollense-Region will sich als Tourismus-Region besser aufstellen und vermarkten. Dafür wurde in Neubrandenburg ein 90-seitiges Konzept vorgestellt.  
Die Tollense-Region will sich als Tourismus-Region besser aufstellen und vermarkten. Dafür wurde in Neubrandenburg ein 90-seitiges Konzept vorgestellt.   (Foto: Jan Woitas/dpa)

Inflation, Personalmangel und Bürokratie

Der Neubrandenburger Ratsherr Marco Messner (Bürger für Neubrandenburg), selbst Hotelier und Regionaler Chef des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), äußerte in puncto Beherbergung große Zweifel. Im Gespräch mit dem Nordkurier sagte er, es sei gut, dass es ein Konzept gebe. Die darin aufgeführten Ideen seien aber nichts Neues. Deren Umsetzung seien in den vergangenen zehn Jahren wiederholt an bürokratischen Hürden gescheitert. Nun fehlten für die Umsetzung die Akteure, die zusätzlich etwa mit Inflation und Personalmangel zu kämpfen hätten. 

Penzlins Bürgermeister Sven Flechner (SPD) nannte es wichtig, sich als Region zu verstehen und Angebote zu formulieren. Mit der Großseenplatte werde sich die Tollense-Region sicher nicht vergleichen können. „Die spielen in einer anderen Liga.“ Im Sommer sei es dort aber teils auch so überlaufen, dass man dort nicht mehr hinfahren wolle. 

Peter Strobl, Bürgermeister von Hohenzieritz, hofft, dass ein gemeinsames Konzept es leichter macht, in seiner Gemeinde Beherbergungsprojekte baurechtlich leichter durchzusetzen. Auch sieht er die Möglichkeit, seine Kommune dadurch stärker in die Region einzubinden. 

Britta Freese, die für die Stadt Altentreptow an der Ausschusssitzung teilnahm, dankte der Stadt Neubrandenburg, dass sie das Tourismuskonzept auf den Weg gebracht hat. Wer am Tisch fehle, sei aber der Landkreis, der erkennen sollte, dass das Tourismuskonzept für die Tollense-Region eine große Rolle spielen könnte. In Neubrandenburg könnte das Konzept laut Rathaus als Handlungsgrundlage im Januar 2024 beschlossen werden.