StartseiteRegionalNeubrandenburg130 Neubrandenburger erzählen über ihre Erlebnisse aus den Stadtteilen

Erzählcafé

130 Neubrandenburger erzählen über ihre Erlebnisse aus den Stadtteilen

Neubrandenburg / Lesedauer: 3 min

Die neue Veranstaltungsreihe „Erzählcafé“ ist vorbei – doch vielleicht nicht für immer. Wegen der tollen Rückmeldungen der Neubrandenburger könnte es eine Fortsetzung geben.
Veröffentlicht:02.12.2023, 18:13

Artikel teilen:

Die Neubrandenburger Innenstadt wird unter anderem von vielen unterschiedlichen und engagierten Menschen belebt, die sich am Mittwoch beim Erzählcafé vorstellten. Das ist die letzte Veranstaltung des neuen Formats gewesen - vorerst.

Junge und alte Erzähler auf dem Sofa

Doch was ist eigentlich ein Erzählcafé? Bei der neuen Veranstaltungsreihe, die anlässlich des 775. Jubiläumsjahr der Stadt ins Leben gerufen wurde, können sich die Einwohner in den verschiedenen Stadtteilen näher kennenlernen und zusammenkommen. Im Mittelpunkt steht ein samtig-grünes Sofa an wechselnden Orten in Neubrandenburg, auf dem Personen jeden Alters sowie jeder Herkunft Platz nehmen und individuelle Geschichten sowie Erinnerungen teilen können.

Das vorerst letzte Erzählcafé fand in der Regionalbibliothek in der Innenstadt statt.
Das vorerst letzte Erzählcafé fand in der Regionalbibliothek in der Innenstadt statt. (Foto: Simon Voigt)

Angefangen hat es in der Nordstadt und ging weiter in der Oststadt, auf dem Datzeberg, in der Südstadt und endete nun im Herzen Neubrandenburgs - der Innenstadt. Hinter der Aktion steckt Christina Küster, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Neubrandenburg.

Sie freute sich am Mittwoch beim letzten Erzählcafé in der Regionalbibliothek sichtlich über die vielen Gäste. Und sie war nicht die einzige mit einem Lächeln im Gesicht. Darunter ein älteres Ehepaar, das in den hintersten Reihen saß. Sie wohnen schon länger in der Innenstadt und sind darüber auch mehr als froh, sagten sie. „Man hat überall hin kurze Wege. Wir gehen sehr gerne an der Stadtmauer entlang spazieren“, sagt der Mann. „Aber auch viel im Kulturpark“, ergänzt seine Frau und lacht. Hier fühlen sie sich wohl.

Über Gutes reden, statt zu meckern

Christina Küster hat erlebt, dass sich viele in ihrem jeweiligen Stadtteil zugehörig und wohlfühlen und auch schöne Geschichten darüber zu erzählen haben. Die Initiatorin sagt, sie sei schon etwas traurig, dass jetzt die letzte Veranstaltung des Erzählcafés stattgefunden hat. Und doch bleibe ein gutes Gefühl aus dieser Zeit. „Das Schönste war, dass alle nach den Veranstaltungen total glücklich waren. Ich hab im Nachhinein so ein schönes Feedback bekommen, weil wir mit dieser Veranstaltungsreihe eine Plattform gegeben haben, um über Gutes zu reden“, zeigt sich Christina Küster erfreut. Zudem sei jeder Termin unerwartet gut besucht worden.

Die Gleichstellungsbeauftragte von Neubrandenburg, Christina Küster (rechts), hatte die Erzählcafés organisiert.
Die Gleichstellungsbeauftragte von Neubrandenburg, Christina Küster (rechts), hatte die Erzählcafés organisiert. (Foto: Simon Voigt)

Über Gutes reden. Das stand auch beim letzten Erzählcafé in der Regionalbibliothek auf der Tagesordnung. Sobald Moderatorin  Friederike Witthuhn jemandem aus dem Publikum oder auch auf dem grünen „Erzähl-Sofa“ das Mikrofon reichte, bat sie darum, nicht zu meckern, sondern etwas Schönes zu erzählen. Dieser Ansatz sei bei allen auch gut angekommen, bemerkte Küster.

Erzählcafé wird vielleicht weitergeführt

Insgesamt saßen während des gesamten Formats mehr als 130 Menschen im Alter von fünf bis etwa 80 Jahren auf dem grünen Sofa und erzählten Geschichten und Erlebnisse aus ihrem Leben oder Stadtteil. Eine Geschichte ist der Initiatorin aber ganz besonders im Kopf geblieben: „Wir hatten Ehrenamtliche des Mehrgenerationenhauses zu Gast auf dem Sofa, darunter ein junges Mädchen. Dieses hat zu der Leiterin des Hauses gesagt, dass das Mehrgenerationenhaus ihr zweites Zuhause sei und sie glücklich sei, dort hinkommen zu können. Außerdem sagte das Mädchen, dass die Leiterin wie eine Mutti für sie sei“, erinnert sich Küster. Dabei kullerte sicher auch die eine oder andere Träne bei den Anwesenden, ist sie sich sicher.

Auch wenn die letzte Veranstaltung des neuen Projekts nun vorbei ist, soll es noch lange nicht das Ende des Erzählcafés bedeuten. Christina Küster wünscht sich, aufgrund des hervorragenden Feedbacks, dass das Format im kommenden Jahr durch die einzelnen Stadtteilarbeitskreise weitergeführt wird. Ob es dazu kommt, ist noch offen.