StartseiteRegionalNeubrandenburgHat der Verdächtige den Bruder von Joel (6) angegriffen?

Aussage bei Polizei

Hat der Verdächtige den Bruder von Joel (6) angegriffen?

Neubrandenburg / Lesedauer: 2 min

War der Verhaftete vorher schon gewalttätig? Die Anwältin der Familie enthüllte neue Details zum Tatverdächtigen bei einer Trauerfeier für den getöteten Joel (6) aus Pragsdorf. 
Veröffentlicht:17.10.2023, 12:53

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Kurz vor einer öffentlichen Trauerfeier für den getöteten Joel (6) hat die Familie von der Öffentlichkeit abgeschirmt am Dienstag bei einer privaten Zeremonie getrauert. Dabei sprach auch die Anwältin der Familie und verriet einige Details zu dem Tatverdächtigen.

Auch älterer Bruder von Joel bedroht?

So hätte der elfjährige Bruder des getöteten Kindes bei der Polizei ausgesagt, dass auch er von dem 14-jährigen Tatverdächtigen in der Vergangenheit gewalttätig angegangen worden sei. Zu Hause habe er aber aus Angst vor Vergeltung geschwiegen. Die Polizei wollte die Angaben der Familienanwältin auf Nordkurier-Anfrage nicht kommentieren.

Zur Trauerfeier kamen nicht nur Menschen aus dem Heimatdorf von Joel sowie Freunde der Familie, sondern auch Neubrandenburger. 

Für das getötete Kind, das von einem 14-Jährigen Mitte September erstochen worden sein soll, wurde dann am Dienstagmittag eine öffentliche Trauerfeier auf dem Neuen Friedhof in der Oststadt veranstaltet.  Dazu kamen etwa 50 Menschen, um ihre Anteilnahme auszudrücken.

„Ich habe das Schicksal von Joel in den Nachrichten verfolgt, was mich sehr mitgenommen hat. Ich finde es schlimm, wie viel Gewalt gerade in und um Neubrandenburg passiert. Ich bin heute gekommen, um zu zeigen, dass mir das nicht komplett egal ist“, sagt eine Frau aus der Oststadt. Die Tötungen von Joel und eines 21-Jährigen in der Ihlenfelder Vorstadt vor wenigen Tagen würden ihr zu Denken geben. „Ich hab selbst zwei Jugendliche zu Hause und mach mir seitdem ständig Sorgen, wenn sie draußen sind. Aber nur daheim herumsitzen, geht ja auch nicht“, seufzt sie.

Viele Dinge erinnern während der Trauerfeier an den getöteten  Joel.
Viele Dinge erinnern während der Trauerfeier an den getöteten  Joel. (Foto: ZVG)

„Wir finden das einfach unfassbar, was da passiert ist“, sagt ein älteres Ehepaar, das zur öffentlichen Trauerfeier gekommen ist. „Wir kannten die Familie nicht, aber uns ist das sehr nahe gegangen.“

Unter den Trauergästen bei der öffentlichen Feier waren auch Mitglieder der Plattform „Wir kämpfen für Kinder“ mit Sitz in Schwerin. Die Internetseite hat es sich zur Aufgabe gemacht, Verbrechen und Mobbingfälle an Kindern zu bekämpfen. Zu den prominentesten Gesichtern gehört Carsten Stahl, ein ehemaliger TV-Detektiv, der sich seit einiger Zeit für Kinderschutz engagiert. Unter anderem trat er im Sommer in Neubrandenburg bei einem Kinderfest auf. Seine Methoden sind allerdings umstritten.