StartseiteRegionalNeubrandenburg▶ Wenige Menschen bei Kette gegen Corona-Auflagen in Neubrandenburg

Proteste

▶ Wenige Menschen bei Kette gegen Corona-Auflagen in Neubrandenburg

Neubrandenburg / Lesedauer: 2 min

Erneut haben Menschen in Neubrandenburg ihren Protest gegen die Corona-Einschränkungen auf die Straße getragen. Allerdings kamen deutlich weniger als zu einem „Spaziergang”.
Veröffentlicht:17.05.2020, 13:10

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Nur wenige Demonstranten sind am Sonntag in Neubrandenburg einem Aufruf im Internet gefolgt, aus Protest gegen die Grundrechtsbeschränkungen wegen der Corona-Krise eine Menschenkette zu bilden. An der B 96 in der Neustrelitzer Straße versammelten sich auf der Höhe der Schwedenstraße etwa ein Dutzend Demonstranten.

Die Polizei war mit mehreren Fahrzeugen am Ort des Geschehens. Beamte mit Mundschutz kontrollierten die Einhaltung des Abstandsgebots. Bei einem Mann wurde eine Personenkontrolle durchgeführt, der Grund war aber nicht ersichtlich.

Straße blieb fast leer, Kundgebung wieder nicht angemeldet

Offenbar eigens für die Menschenkette hatte die Stadt auf dem Gehweg des westlichen Teils der Neustrelitzer Straße Markierungen im Abstand von 1,50 Meter machen lassen. Davon blieb aber der Großteil leer. Gegendemonstranten waren keine anwesend.

Nach Angaben der Versammlungsbehörde des Kreises vom Freitag war die Kundgebung erneut nicht angemeldet worden. Schon am Montag vergangener Woche waren rund 200 Menschen in der Vier-Tore-Stadt zu einem ebenfalls nicht angemeldeten „Sparziergang” gegen die Corona-Auflagen zusammengekommen.

Aufruf zur Menschenkette auf rechtspopulistischem Blog

Für Irritationen hatte gesorgt, dass die Polizei nach erster Einschätzung keine Verstöße gegen die vorgeschriebenen Abstandsregelungen festgestellt hatte. Bei der Auswertung von Bild- und Videoaufzeichnungen ergaben sich dann doch Verdachtsmomente, dass mehrere Personen gegen die Verordnung der Landesregierung über Corona-Schutzmaßnahmen verstoßen haben könnten. Diese Fälle werden geprüft.

Zu der Menschenkette am Sonntag in Neubrandenburg war über das Internet aufgerufen worden. Darin hieß es, Corona sei kein Grund, die Grundrechte aus dem Grundgesetz „so massiv außer Kraft zu setzen”. Zu den deutschlandweiten „Anti-Lockdown“-Protesten wurde unter anderem auf einem rechtspopulistischen Blog aufgerufen.

Weitere Demonstrationen im Nordosten am Wochenende

Demonstranten wehrten sich allerdings dagegen, „in die rechte Ecke” gestellt zu werden. Sie kritisierten die von der Politik verhängten Maßnahmen als „völlig überzogen”. Zugleich äußerten sie aber Zweifel an den offiziellen Statistiken zur Zahl der Toten infolge von Covid-19-Infektionen sowie der Sinnhaftigkeit von Impfungen, sollte ein Impfstoff gefunden werden.

Neben Neubrandenburg war am Wochenende in weiteren Städten in MV und anderen Bundesländer gegen die Einschränkungen infolge der Corona-Krise protestiert worden. Menschen gingen unter anderem in Rostock, Greifswald, Malchin und Prenzlau auf die Straße. In Prenzlau hatte die AfD mit dem Ex-Landesvorsitzenden Andreas Kalbitz als Gastredner dazu aufgerufen.