StartseiteRegionalNeubrandenburgWenn alle sich an die Arbeitsnorm der Babyboomer gewöhnen

Meinung

Wenn alle sich an die Arbeitsnorm der Babyboomer gewöhnen

Neubrandenburg / Lesedauer: 1 min

Während viele Ältere auf ihren verdienten Ruhestand hoffen und nicht mehr arbeiten können oder wollen, wollen oder können viele Jüngere nicht so arbeiten wie ihre Elterngeneration.
Veröffentlicht:09.02.2024, 06:00

Artikel teilen:

Als Kind des Tschernobyl-Jahrganges befinde ich mich zwischen zwei Welten: Auf der einen Seite hängt die eigene Elterngeneration in den Seilen. Teils mit Blessuren, schwer atmend und mit einem gestressten und zugleich hoffnungsvollen Blick auf den Ruhestand. Viele haben weit über 40 Jahre körperlich geackert, sind „durch“, wollen und können nicht mehr arbeiten. Millionen Menschen, die noch vor dem Babypillen-Knick zur Welt kamen und mit ihrer großen Überzahl sehr viele Berufe, Tätigkeiten und Arbeit jahrzehntelang voll erfüllten. Sogar noch mit Sechs-Tage-Wochen.

Immer mehr Arbeit als Schultern zum Verteilen da?

Doch Nachwuchsmangel, fehlende Automatisierung und Krankenstände verteilen die anstehende Arbeit nun vielerorts auf immer weniger Schultern.

Die Arbeitszeit reduzieren? Kommt nicht infrage, da das Geld sonst nicht mehr reicht. Dazu die mentale Mischung aus preußischer und DDR-geformter Arbeitsmoral bei vielen: Arbeit ist Pflicht, Arbeit ist das Leben. 

Auf der anderen Seite die im Wohlstand geborenen jüngeren Mitmenschen, die durch Mobilität, Digitalisierung und größeres Wissen über andere Lebensmöglichkeiten oft nicht wirklich erpicht darauf sind, in die Fußstapfen von Mama, Papa, Oma und Opa zu treten. Schon gar nicht, wenn diese davon abraten. Oder sogar – ihre Leistungen und Entbehrungen unbenommen –  unbeabsichtigt durch ihr warnendes „Vorbild“ abschrecken.

Können also mehr Geburten, Arbeitsmigranten, Roboter oder Computer helfen? Oder vielleicht weniger Arbeit – und damit weniger Wohlstand? Was meinen Sie?

Schreiben Sie mir Ihre Meinung an [email protected]