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Stadtgeschichte

„Wo bitte geht es in Neubrandenburgs Mordstraße?“

Neubrandenburg / Lesedauer: 1 min

In Neubrandenburgs Geschichte gab es allerlei kuriose Straßennamen. Wissen Sie, welche einst Lügenstraße oder Zankapfelstraße hießen? 
Veröffentlicht:07.12.2023, 05:57

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Lügenstraße? Mordstraße? Zankapfelstraße? Klingt weit hergeholt, gab es aber wirklich in Neubrandenburg, wie sich dem nun veröffentlichten 13. Heft der Schriftenreihe des Stadtarchivs „Erlebt und Aufgeschrieben“ entnehmen lässt, wie die Leiterin des Stadtarchivs, Eleonore Wolf, dem Nordkurier mitteilte. „Es ist kaum zu glauben, dass man Straßen in unserer Stadt so bezeichnet hat. Aber dem war so.“

Straßenname war ermordeten SA-Mann gewidmet

Die drei aufgeführten Straßen befanden sich im Nordosten der Stadt, sagte die Archivleiterin unserer Zeitung. Die Mordstraße ist heute der Sandkrugweg und war zu NS-Zeiten nach einem am Tag der NS-Machtergreifung 1933 zu Tode gekommenem SA-Mann benannt, bevor er in der Nachkriegszeit die markante Bezeichnung erhielt, die Lügenstraße war zuvor dem ermordeten SA-Mann Horst Wessel gewidmet. Als Zankapfelstraße firmierte kurze Zeit die heutige Sponholzer Straße, die zunächst Danziger Straße hieß.

Das 13. Heft der Schriftenreihe des Stadtarchivs „Erlebt und Aufgeschrieben“ ist jetzt erschienen.
Das 13. Heft der Schriftenreihe des Stadtarchivs „Erlebt und Aufgeschrieben“ ist jetzt erschienen. (Foto: ZVG)

Die Straßenbezeichnungen Neubrandenburgs in verschiedenen Epochen der Lokalgeschichte zu benennen, sei schon wegen der „äußerst dürftigen Quellenlage eine kleine Herausforderung“ und die vorliegende Publikation ein erster Versuch, ihr zu begegnen, unterstrich Eleonore Wolf. Ihre Veröffentlichung ist im Stadtarchiv zu den Öffnungszeiten dienstags und donnerstags für sechs Euro erhältlich. Ebenso sind Bestellungen per Telefon (0395-5551313) oder per Email ([email protected]) möglich.