StartseiteRegionalNeubrandenburgWo bleibt das neue Radwegekonzept für die Altentreptower Region?

Pilot-Projekt

Wo bleibt das neue Radwegekonzept für die Altentreptower Region?

Altentreptow / Lesedauer: 2 min

Eigentlich sollte bis zum Sommer ein Konzept für das Radwegenetz im Amtsbereich vorliegen, um bald Fördermittel beantragen zu können. Doch ganz so schnell klappt es wohl doch nicht. 
Veröffentlicht:22.11.2023, 06:07

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Die Regeln vom Bund sind eindeutig: Ohne konkretes Radwegekonzept in den Händen besteht für die Stadt Altentreptow und die amtsangehörigen Gemeinden (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte)  keine Hoffnung, auch nur einen Cent an Fördermitteln abzugreifen. Dabei wird die in Aussicht gestellte Finanzspritze dringend benötigt, um überhaupt mit dem seit Jahren geforderten Ausbau und der Sanierung des lückenhaften Wegenetzes beginnen zu können. Immerhin könnte sich das Amt 90 Prozent der anfallenden Kosten über das Sonder-Hilfsprogramm „Stadt und Land“ fördern lassen. Das wäre für die klammen Haushaltskassen eine enorme Entlastung, wenn man bedenkt, dass sich die Ausgaben für einen neu angelegten Radweg von einem Kilometer Länge schon auf 300.000 Euro belaufen. 

Mit engagierten Bürgern Daten gesammelt

Um herauszufinden, wie es um die Qualität der schon vorhandenen Strecken bestellt ist, hatte die Verwaltung zu Jahresbeginn gemeinsam mit dem Projektpartner „FixMyCity“ und engagierten Bürgern fleißig Daten über die Smartphone-App „StreetComplete“ gesammelt, die als Ausgangsbasis für das Konzept dienen sollten. In mehreren Workshops und Gesprächsrunden gab es zudem für jeden Einwohner und Bürgermeister die Möglichkeit, Hinweise und Anregungen für ein Wunschwegenetz im Treptower Tollensewinkel beizusteuern.

Die Verwaltung hatte sich ursprünglich zum Ziel gesetzt, den fertigen Fahrplan unter Federführung der Arbeitsgemeinschaft für fahrrad- und fußgängerfreundliche Kommunen (AGFK) bis zum Sommer dieses Jahres fertigstellen zu lassen, damit er anschließend durch den Amtsausschuss beschlossen werden kann. Doch selbst in den nicht öffentlichen Tagesordnungspunkten der vergangenen Sitzungen tauchte das Radwegekonzept nicht auf.

Gescheitert ist das Pilot-Projekt allerdings nicht, wie Bürgermeisterin Claudia Ellgoth (parteilos) auf Nordkurier-Anfrage klarstellte. Das Ausschreibungs- und Vergabeverfahren habe sich wie so oft in die Länge gezogen. Aktuell sei das beauftragte Planungsbüro aber dabei, das angekündigte Konzeptpapier zusammenzustellen. „Der zuständige Planer kommt aus der Region und kennt deshalb die vorherrschen Bedingungen bei den Radwegen“, verriet Ellgoth. Sobald er seine Arbeit beendet hat, soll die Entwurfsfassung des Konzeptes dem Amtsausschuss als Diskussionsgrundlage vorgelegt werden.

Bis zum Bau sind noch viele Vorarbeiten zu leisten 

Doch selbst wenn es auf politischer Ebene grünes Licht geben sollte und die Förderanträge der einzelnen Gemeinden positiv beschieden werden, sind noch etliche Punkte abzuarbeiten, bevor es an die praktische Umsetzung geht. Das reicht von den Verhandlungen mit Flächeneigentümern und dem Kauf von Grundstücken, die für die Radwege benötigt werden, über Flächenumnutzungsanträge bis zur Planung und Ausschreibung der Baumaßnahmen – ein Prozess, der sich erfahrungsgemäß über mehrere Jahre hinziehen kann.