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Tierquälerei

Angler sauer über verstümmelte Fische in Neustrelitz

Neustrelitz / Lesedauer: 2 min

Ein Angler hat einen offenbar markierten Hecht gefangen und den Vorfall gemeldet. Solche Verstümmelungen sind eine Straftat, sagt der Neustrelitzer Fischereiaufseher Torsten Zell.
Veröffentlicht:16.03.2022, 18:21

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Torsten Zell, Neustrelitzer Fischereiaufseher und Vorsitzender des dortigen Kreisangelvereins, ist sauer: „Wer so handelt, begeht eine Straftat”, sagt er. Zell ärgert sich über eine offenbar unter manchen Anglern beliebte Art Fische zu Dabei schneiden Angler die Flossen der Fische an oder sogar ab.

Tiere sterben im schlimmsten Fall

Ein befreundeter Angler hatte jüngst einen verstümmelten Hecht aus dem Kleinen Drewensee südlich von Neustrelitz gezogen und ihn informiert. Dem Raubfisch wurde offenbar von einem ersten Angler, der ihn zuvor gefangen hatte, ein Stück der Schwanzflosse abgeschnitten. Die Verletzung sei noch recht frisch gewesen. „Solche Stellen können verpilzen. Die Tiere werden krank und sterben im schlimmsten Fall”, sagt Zell.

Da ein exakt gerader Schnitt zu erkennen ist, kommt nach seiner Ansicht nur ein scharfer Gegenstand wie ein Messer oder eine Rasierklinge infrage. Eine Verletzung durch Artgenossen oder andere Raubtiere schließt der erfahrene Angler aus. Auch Bootsmotoren führten nicht zu so einem Verletzungsbild, zumal auf dem See gar keine Motorboote unterwegs seien.

Sogar Gefängnisstrafe möglich

„Von der Fischereiaufsicht wird so etwas vehement verfolgt”, sagt Zell. Im aktuellen Fall behalte er sich vor, noch Anzeige gegen Unbekannt zu stellen. Wer bei der Markierung von Fischen erwischt wird, muss mit einer Anzeige wegen Tierquälerei rechnen. Die Straftat werde mit Geldbußen bis hin zu Gefängnisstrafen geahndet.

Sei es wegen Reviergehabe oder weil manche Angler die gefangenen Fische wiedererkennen wollen – die Unsitte Flossen zu markieren, hält sich anscheinend hartnäckig. In Anglerforen im Internet wird das Thema zum Beispiel immer wieder diskutiert. Laut Torsten Zell komme die Unart in der Region zum Glück aber äußerst selten vor. Warum einige wenige Angler so handeln, ist ihm ein Rätsel. „Das ist einfach nur Dummheit”, ist Zell über solche schwarzen Schafe unter den Anglern verärgert.

Kritik an Catch and Release

Im Übrigen müssen Fische, die den Fangmaßen entsprechen auch mitgenommen werden und sollen nicht wieder ausgesetzt werden. Das sogenannte Catch and Release (Fangen und wieder Aussetzen), weshalb wohl einigen Petrijüngern das Wiedererkennen wichtig erscheint, wird vor allem von Tierschützern kritisch gesehen. Angeln sei nach dem Tierschutzgesetz nur dann zulässig, wenn die Fische für den Zweck der Ernährung (oder zur Gewässerhege) geangelt werden, heißt es etwa vom Deutschen Tierschutzbund.

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