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Zugausfälle

Bahn-Probleme machen MV-Wirtschaft sauer

Neubrandenburg / Lesedauer: 3 min

Auf der Strecke zwischen Neustrelitz und Stralsund fährt bis Mitte August nur jeder zweite Zug. Die Wirtschaft ist sauer – nicht nur wegen dieses einen Problems.
Veröffentlicht:02.08.2022, 10:00

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Nach der Ankündigung der Deutschen Bahn, den Regionalexpress (RE) 5 auf dem Abschnitt zwischen Neustrelitz und Stralsund in den nächsten zwei Wochen nur mit eingeschränktem Takt fahren zu lassen, hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Neubrandenburg die Situation im Schienenverkehr in der Region harsch kritisiert.

"Bahn wird unzuverlässiger und unattraktiver“

Die „massiven und seit Monaten wiederholt auftretenden“ Zugausfälle, insbesondere auf den Linien RE 4 und RE 5, seien für die Wirtschaft „unbefriedigend“, teilte die Kammer für das östliche Mecklenburg-Vorpommern auf Anfrage mit. Die Zugausfälle führten teilweise zu längeren Fahrzeiten oder erheblichen Wartezeiten für Azubis, Berufspendler, Touristen und andere Reisende.

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Erschwerend kämen auch die teils erheblichen Verspätungen hinzu, die sich aus der starken Nachfrage der Züge in Richtung Ostsee ergeben. Die Erreichbarkeit von Fernverkehrsanschlüssen, beispielsweise in Berlin, werde damit auch „immer unsicherer und erheblich erschwert“, hieß es weiter. „Das Gesamtsystem Bahn wird dadurch insgesamt leider unzuverlässiger und unattraktiver.“

Pro-Bahn-Verband zeigt Verständnis

Marcel Drews vom Landesverband Pro Bahn nannte die Ausfälle ärgerlich, da sie aber wohl krankheitsbedingt seien, könne man zunächst nicht viel machen. Der ausgedünnte Fahrplan auf der Linie RE 5 sei „immer noch besser, als wenn gar nichts mehr fährt“ wie zwischen Pasewalk und Ueckermünde. Gerüchte, dass der Takt ausgedünnt wird, um Züge für den Einsatz während der Rostocker Hanse Sail 2022 zu gewinnen, hatte Marcel Drews noch nicht gehört und wollte darüber nicht spekulieren. Wichtig ist seiner Ansicht nach nun, dass die Bahn das Thema Personal in den Griff bekomme.

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Das Verkehrsunternehmen hatte mitgeteilt, dass Bahnreisen wegen eines erhöhten Krankenstands beim Fahrpersonal bis zum 14. August Zugausfälle einplanen müssten. Es komme zu einer Reduzierung der Fahrten. Statt eines Stundentaktes müsse der RE 5 in den nächsten 14 Tagen auf einen 2-Stunden-Takt heruntergefahren werden, erläuterte DB-Sprecher Matthias Waha. Betroffen sind damit auch besonders Haltepunkte in der Seenplatte wie Neubrandenburg, Altentreptow oder Demmin. Weil die Strecke damit noch ausreichend bedient werde, sei aber kein Schienenersatzverkehr nötig. Für Fahrgäste heißt es dann also, auf den nächsten Zug zu warten.

Auch auf anderen Strecken Probleme

Größere Probleme hat die Bahn im Regionalverkehr derweil auch an anderen Stellen im Land. So gibt es aktuell immer noch zwischen Pasewalk und Ueckermünde (RE 4) einen Ersatzverkehr mit Bussen. Auch zwischen Neubrandenburg und Pasewalk lief zuletzt nicht alles rund. Für zusätzliche Belastungen, vor allen an den Wochenenden, sorgt zudem das 9-Euro-Ticket. Das besonders günstige Monatsticket kann letztmalig noch im August genutzt werden.