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Windgebiete-Planung

Neue Bürgerinitiative will bei Carpin Windräder verhindern

Carpin/Schwarz / Lesedauer: 3 min

Beschlossen ist noch nichts. Aber bei Carpin könnte ein Windgebiet entstehen und das bei Schwarz könnte massiv vergrößert werden. In beiden Gegenden wollen das Bürgerinitiativen abwehren. 
Veröffentlicht:09.02.2024, 06:06

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Damit war zu rechnen. In Carpin hat sich eine Bürgerinitiative (BI) gegründet, die einen möglichen Windpark am Ortsrand ablehnt. Für die Gemeinde könnten laut einem Vorentwurf des Regionalen Planungsverbands Mecklenburgische Seenplatte Flächen beidseitig der B198 hinter dem Abzweig nach Bergfeld als Vorranggebiet für Windenergieanlagen infrage kommen. Auf einer ersten Einwohnerversammlung Ende Januar wurde über die Pläne informiert.

Auf geschützte Tierarten verwiesen

Der neu gegründeten BI mit dem Namen "BündnisProNatur" gehe es im aktuell frühen Stadium der Planung bislang aber nicht um Proteste oder eine Unterschriftensammlung. "Wir wollen vor allem erst einmal für einen weiteren Informationsaustausch sorgen", sagt Matthias Zielfeld, Ansprechpartner bei „BündnisProNatur“. Man verstehe sich hier auch als Partner der Gemeinde Carpin, die jetzt zum Vorentwurf zunächst eine Stellungnahme abzugeben hat. 

"Vorentwurf gilt noch nicht in Stein gemeißelt"

Durch die neue Gesetzgebung und die vom Bund ausgegebenen Ziele beim Ausbau der Windenergie seien etliche Tabus eingerissen worden, so Zielfeld. Das müsse aber nicht heißen, dass sich bei Carpin am Ende tatsächlich Windräder drehen. "Der Vorentwurf gilt noch nicht in Stein gemeißelt", betont er. Da gebe es noch Spielraum beim Planungsverband. Es sei etwa zu hinterfragen, warum die Carpiner Fläche im Vorentwurf als nicht konfliktbehaftet gilt. Auch wenn Standards herabgesetzt wurden, so verweist die BI zum Beispiel auf geschützte Großvogelarten und geschützte Landschaftsräume, die betroffen wären. Die Fläche liegt im Naturpark Feldberger Seenlandschaft und ist Teil des europaweiten Natura-2000-Netzes. Es gelte nun möglichst alle fachlichen Argumente zu liefern, die gegen ein Windkraftgebiet bei Carpin sprechen. "Obwohl wir durchaus das Problem sehen, dass es künftig mehr Flächen für die Windenergie braucht", räumt Zielfeld ein. Diese können aber nicht ernsthaft mitten in oder am Rande von "Naturperlen" entstehen. Denn das Areal grenze zudem noch an den Serrahner Teil des Müritz-Nationalparks an. 

Fünf bis sechs Leute hätten sich zusammengetan und wollen die Initiative sowie das weitere Vorgehen demnächst vorstellen und besprechen. Eingeladen wird dazu am 16. Februar um 17 Uhr in den Saal der Feuerwehr in Carpin.

BI aus Schwarz kritisiert vergrößerte Windflächen 

Derweil will auch die Bürgerinitiative aus Schwarz und Buschhof wieder aktiv werden. In der Region südwestlich von Mirow war bereits in einem älteren Entwurf des Planungsverbands ein Windeignungsgebiet im Gespräch. "Wir hatten uns ja fast schon damit abgefunden. Die neuen Pläne aber sind jetzt noch mal ein komplett anderes Szenario", kritisiert Anette Schlumbach von der BI "Keine Windräder zwischen Schwarz und Buschhof". Sie spricht damit die Ausweitung der Flächen von bisher knapp über 60 Hektar auf  mehr als 260 Hektar an, die der Region drohen könnten, würde der Vorentwurf des Regionalen Planungsverbands so umgesetzt.

Schlumbach weist zudem auf einen Plan für einen Solarpark bei Buschhof hin, dem die Gemeinde Schwarz erst Ende vorigen Jahres grünes Licht erteilt habe. "Wir würden hier völlig zugepflastert", so ihre Befürchtung. Diesem Vorhaben würde der Schutz von Naturräumen und des Natur-Tourismus in der Region entgegenstehen. Auch wenn von der BI aktuell noch keine Aktionen geplant seien, dem wolle man entgegentreten. "Sicher ist, dass wir etwas fürs Klima tun müssen, aber nicht mit der Brechstange und ohne die möglichen Folgen zu bedenken", sagt Schlumbach.