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Der vergammelte Bahnhof von Altstrelitz ist verkauft

Neustrelitz / Lesedauer: 3 min

Lange stand die Immobilie leer und verfiel. Jetzt gibt es neue Eigentümer. Die halten den Ball indessen noch flach.
Veröffentlicht:07.02.2023, 17:40

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Seit wenigen Tagen ist es amtlich: Der seit Jahrzehnten leer stehende Altstrelitzer Bahnhof gehört jetzt zwei Neustrelitzern. Bislang befand sich die Immobilie beim Bundeseisenbahnvermögen. In der dortigen Pressestelle bekam der Nordkurier den Eigentümerwechsel bestätigt. Die Immobilie wurde demnach am 22. Dezember verkauft. Der Besitz-, Nutzen- und Lastenwechsel erfolgte zum 1. Februar. Über das weitere Vorhaben des Käufers sei nichts bekannt, ließ ein Sprecher des Bundeseisenbahnvermögens wissen.

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Viel Land und Garagen gehören dazu

Die neuen Eigentümer – sie wollen öffentlich noch nicht mit ihrem Namen in Erscheinung treten – halten den Ball indessen auch im Gespräch mit dem Nordkurier noch flach. Sie wollen auf dem Boden der Realität bleiben und keine falschen Erwartungen wecken. Wichtig sei es erst einmal, dass sich die Immobilie – zu dem Bahnhofsgebäude mit der großen Güterhalle – gehören auch noch jede Menge Land und einige Garagen – sich in Neustrelitzer Hand befindet.

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Zaun vor zwei Jahren gezogen

Das Bundeseisenbahnvermögen als Behörde der Deutschen Bahn hat seinen Sitz in Bonn. Unter diesem Eigentümer war der denkmalgeschützte Bahnhof jahrelang verrottet. Erst nachdem auch der Nordkurier auf den Vandalismus und Diebstahl in dem Objekt aufmerksam gemacht hatte, war überhaupt ein Zaun gezogen worden. Das ist zwei Jahre her.

Vandalen und Diebe kamen trotzdem

Der Zaun hat offenbar Vandalen und Diebe nicht davon abgehalten, sich dennoch Zugang zu verschaffen. Die beiden neuen Eigentümer waren bei einem aktuellen Rundgang über ihren neuen Besitz erschüttert darüber, in welcher Weise sich dort noch einmal Zerstörungswut breitgemacht hatte. So wurde Inventar aus der Küche der früheren Bahnhofskneipe ausgebaut und mitgenommen. Alte Kachelöfen wurden mit Gewalt zertrümmert. „Vermutlich, um die Eisenkerne aus dem Ofen zu holen und noch Schrott zu ergattern“, so die Vermutung. Zudem sind noch vorhandene Fensterscheiben immer wieder das Ziel von Steinewerfern.

Dauerhaftes Wohnen wohl nicht möglich

Die neuen Eigentümer wollen jetzt erst einmal in Ruhe Gespräche mit etwaigen Nutzern führen und sich Gedanken machen, in welcher Weise eine Nutzung möglich sein kann. Anfangs habe es noch geheißen, dass der Bahnhof zu Wohnzwecken genutzt werden kann. Diese Aussage sei zwischenzeitlich korrigiert worden. Dauerhaftes Wohnen sei wegen der Nähe zu den Gleisen nicht möglich, wohl aber temporäres. So könnten dort unter Umständen Ferienwohnungen entstehen, aber auch das müsse noch ernsthaft geprüft werden.

2021 zum Verkauf ausgeschrieben

Unter Zeitdruck wollen sich die neuen Eigentümer nicht setzen lassen. Der Zaun werde vorerst auch stehen bleiben, sagen sie.

Das Bundeseisenbahnvermögen hatte das Grundstück mit Bahnhof und Güterhalle 2021 zum Verkauf ausgeschrieben. Angaben der Behörde zufolge hatten sich daraufhin 15 Interessenten gemeldet. Der Bahnhof war in den 1990er Jahren im Zuge einer Bahnreform stillgelegt worden. Zwischenzeitliche Vermarktungsversuche blieben jedoch allerdings erfolglos.

„Totales Sanierungsobjekt”

Angeboten wurde das Grundstück für einen Verkehrswert von 195 000 Euro. Zu der Immobilie in der Bahnhofstraße 21 gehören auch verpachtete Garagen und Gärten am Kleinen Spiegelberg. Der Zustand des Bahnhofs samt seiner Nebenanlagen war im Zusammenhang mit dem Verkauf als „totales Sanierungsobjekt“ eingeschätzt worden.

Zum Kaufpreis für das Objekt machten die beiden neuen Eigentümer auf Nordkurier-Nachfrage keine Angaben.