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Infotafeln in Feldberg verschweigen Wölfe

Feldberg / Lesedauer: 2 min

Der Wolf ist in der Feldberger Seenlandschaft heimisch. Auch zwischen Hullerbusch und Wittenhagen ist er gesichtet worden. Darauf hingewiesen wird aber nicht.
Veröffentlicht:09.06.2023, 06:25

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Am Naturlehrpfad Hullerbusch/Hauptmannsberg (Gemeinde Feldberger Seenlandschaft) sind 13 neue Info–Tafeln aufgestellt worden. Die alten waren verschlissen. Auf eine inhaltliche Erweiterung der Tafeln, was das heimisch Werden des Wolfes angeht, wurde allerdings verzichtet.

Auf den neuen Infotafeln gibt es keine speziellen Informationen zu den unter Naturschutz stehenden Wölfen, die schon länger auch im Bereich des Naturparks Feldberger Seenlandschaft unterwegs sind und von denen es immer wieder Sichtungen und Berichte über Rissvorfälle gibt.

Eine Wolfsbegegnung zwischen dem Hullerbusch und dem Ortsteil Wittenhagen der Feldberger Seenlandschaft, hatte die Gemeinde vor fast zwei Jahren auch zum Anlass genommen, einen Antrag auf Abschuss eines Wolfes zu stellen. Der Antrag war allerdings abgelehnt worden.

Auf landschaftliche Besonderheiten konzentriert

Warum den Besuchern des Naturlehrpfads Informationen über den Wolf vorenthalten werden, darauf gab es seitens des Landesamtes  für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) erst auf mehrmalige Nordkurier–Nachfrage eine Antwort. Demnach hat man sich bei der inhaltlichen Konzeption auf die landschaftlichen Besonderheiten und ihrer Entstehung konzentriert.

Auch einzigartige Tier– und Pflanzenarten würden in dem landschaftlichen Kontext thematisiert. Eine Sprecherin des LUNG verweist zudem auf regelmäßige Führungen zum Thema Wolf, die durch den Naturpark Feldberger Seenlandschaft angeboten würden. Das LUNG ist die dem Naturpark Feldberger Seenlandschaft übergeordnete Behörde.

Fuchs, Dachs, Reh — alle da, nur der Wolf nicht

Eine der neu aufgestellten Infotafeln beschäftigt sich indessen allgemein mit heimischen Tieren und ihren Spuren. Hier sind Fuchs, Dachs, Damhirsch, Reh und Wildschwein als typische Vertreter abgebildet. Der Wolf hätte allerdings nach Darstellung einer Sprecherin des LUNG auch auf diesem Schild keine Chance gehabt, zu erscheinen. Es seien Vertreter typischer Arten ausgewählt worden, die in diesem Gebiet vorkommen.

Was Spuren mit der Entscheidung zu tun haben

Wichtig sei aber auch gewesen, Tiere auszuwählen, deren Spuren sich eindeutig unterscheiden, argumentiert LUNG–Sprecherin Frauke Parr. So könnten die Gäste beispielsweise Dachs– oder Fuchsspuren wiedererkennen, wenn sie auf dem Naturlehrpfad unterwegs sind. Diese Wiedererkennung sei beim Wolf allerdings so nicht möglich. 

Bei einer einzelnen Spur eines Wolfes sei diese von einem großem Hund kaum zu unterscheiden. Beim Wolf müsse zudem der sogenannte „geschnürte Trab“ nachgewiesen werden. Das gehe aber nur auf weichem Untergrund. Im Hullerbusch sei der Untergrund überwiegend steinig, am Hauptmannsberg gebe es festen Sand. 

Mehr lesen: Weshalb die Rettung wilder Vögel oft falsch ist

Pfad wurde in den 80er Jahren angelegt

Der Lehrpfad Hauptmannsberg/Hullerbusch ist ein beliebter Wanderweg am Rande des Urlauberortes Carwitz. Er ist insgesamt rund vier Kilometer lang und wurde bereits in den 1980er Jahren durch Naturschützer angelegt.