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Astronomie

Dieses Himmelsbild gibt's erst in 50.000 Jahren wieder!

Feldberg / Lesedauer: 2 min

Für Sterngucker herrschen aktuell schlechte Beobachtungsbedingungen. Dabei ist da oben am Nachthimmel derzeit ein Reisender aus den Weiten des Weltalls zu sehen.
Veröffentlicht:30.01.2023, 20:27

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Als „grüner Komet” sorgt C/2022 E3 derzeit für Schlagzeilen. Bislang waren die Witterungsbedingungen im Nordosten Deutschlands jedoch nicht so prickelnd. Eine Beobachtung war bisher kaum möglich, entweder störte der helle Mond oder der Nachthimmel war voller Wolken. Dem Feldberger Hobby-Astronom Hans-Jürgen Becker ist es nun aber am Wochenende gelungen, eine Wolkenlücke zu nutzen und die Himmelserscheinung sogar im Bild festzuhalten.

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Der Komet wurde am 2. März vorigen Jahres mit der Zwicky Transient Facility (ZTF) am Palomar-Observatorium entdeckt. Am 12. Januar hatte der Himmelskörper das sogenannte Perihel erreicht, seine größte Annäherung an die Sonne. Seitdem kommt er der Erde immer näher. Am 1. Februar werde er der Erde am nächsten sein und in einem Abstand von circa 42 Millionen Kilometer an ihr vorbeifliegen, erklärt Becker. „Seine Helligkeit beträgt dann etwa 5,5 mag und man könnte ihn unter sehr guten Bedingungen mit dem bloßen Auge am Himmel erkennen, was aber in unseren Breiten aufgrund der Lichtverschmutzung eher schwierig bis unwahrscheinlich ist. Aber für die Beobachtung mit einem Fernglas ist er ein lohnendes Objekt”, sagt der Sterngucker.

In 50.000 Jahren kommt er wieder

Ihm gelang die Beobachtung nun am Samstagabend. Für eine knappe Stunde war da der Himmel über der Feldberger Seenlandschaft aufgeklart. „Gleichwohl waren die Beobachtungsbedingungen nicht perfekt, der zunehmende Mond stand im Süden hoch am Himmel und hellte diesen auf”, berichtet Becker. Dennoch, der Kern des Kometen und die Koma seien gut zu erkennen gewesen. Zu sehen war ein mattes Wölkchen von der knappen Größe des Vollmondes, das in Südwest-Richtung einen Schweif erahnen ließ.

Hobby-Astronomen und alle anderen können den Himmelskörper übrigens noch bis in den Februar hinein entdecken – vorausgesetzt, die Beobachtungsbedingungen stimmen. Allerdings wird bis zum 8. Februar der Mond sehr stören und die Helligkeit des Kometen immer weiter abnehmen. „Aber in rund 50.000 Jahren haben wir die Möglichkeit ihn bei seiner Wiederkehr erneut beobachten zu können. Vielleicht ist da ja das Wetter besser”, sagt Hans-Jürgen Becker.