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Fasching im Mehrgenerationenhaus Neustrelitz

Neustreitz / Lesedauer: 2 min

Schnippschnapp – Krawatte ab. Am Donnerstag feierte das Projekt Mehrgenerationenhaus Neustrelitz Weiberfastnacht in den Räumlichkeiten der Diakonie. 
Veröffentlicht:09.02.2024, 18:40

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Mit einer Polonaise auf der Strelitzer Straße lockten die Feiernden am Donnerstagnachmittag nichtsahnende Passanten in die Räumlichkeiten der Diakonie. Fasching wurde gefeiert. Genauer: Weiberfastnacht. 

Astrid Matz, am Donnerstag in schickem Bienchen-Kostüm, hatte den Überblick. Im echten Leben ist sie die Koordinatorin des Projektes Mehrgenerationenhaus in Neustrelitz, dessen Träger hier die Diakonie ist. Sie hob besonders die Arbeit der Ehrenamtler hervor. "Ohne sie würde es nicht gehen." Von der Deko, über die Kostüme, bis hin zu den selbstgemachten Quarkbällchen – alles hätten die fleißigen Helfer selbst organisiert. Knapp dreißig Helferinnen und Helfer stemmen das Rahmenprogramm der Einrichtung über das Jahr. "Die Faschingsfeier richten wir jedes Jahr aus", erklärte Matz weiter. "Da sind auch viele aus der Stadt dabei. Nicht nur aus dem Betreuten Wohnen. Die Leute kennen sich ja untereinander."

Ehe Willy Rosenow (92) es sich versah, war seine Krawatte schon ab. Das Bild beweist: Er nimmt es gelassen.
Ehe Willy Rosenow (92) es sich versah, war seine Krawatte schon ab. Das Bild beweist: Er nimmt es gelassen. (Foto: Maria Häfer)

Ein DJ führte durch den Abend und viele der Anwesenden tanzten. Ganz egal, ob jung oder alt, mit oder ohne Krücke oder im Rollstuhl, ob echter Mensch oder Puppe. Es wurde getrunken, gelacht, gescherzt. Die Stimmung war einladend und wunderbar bunt. Besonderes Highlight wie in jedem Jahr: die Tanzeinlage der Tanzgruppe, die wöchentlich in den Räumlichkeiten übt. "Die haben so richtig Stimmung gemacht, einfach super", schwärmt ein freiwilliger Helfer. Axel Rothe von der Tanzkompanie Neustrelitz leitet die Gruppe und hat mit dieser eine kleine Weltreise choreografiert, die bei den Faschingsgästen "so wirklich richtig gut" ankam. 

"Es gibt immer Anlass zum Tanzen"

Ebenfalls dabei: Puppenspieler Horst Meissner (87). Er trat mit Puppe Emma auf. Seiner Jugendliebe, wie er vor dem Publikum in einer kleinen Scherzrede sinniert und die er in hohen Jahren wieder trifft. Überraschend hebt er Emma aus dem Rollstuhl, flüstert ihr anzügliche Worte ins Ohr – "Musik bitte" – und schon tanzt sie mit ihm, oder er mit ihr, durch den Raum. 

Da sitzt jeder Schritt. Horst Meissner und seine Puppe Emma wissen auch nach Jahrzehnten noch, wie es geht.
Da sitzt jeder Schritt. Horst Meissner und seine Puppe Emma wissen auch nach Jahrzehnten noch, wie es geht. (Foto: Maria Häfer)

Eine besondere Einlage war das Überraschungskonzert eines jungen Ukrainers, der regelmäßig an Programmen des Projektes teilnimmt. Er kam spontan vorbei und spielte auf seiner Gitarre auf. Bei dem Lied "I am sailing", sangen dann auch viele der Gäste mit.

Die Faschingsfeier ist nur eine von vielen Gelegenheiten, über das Jahr verteilt, bei denen die Neustrelitzer Interessierten zusammenfinden können, erzählt Matz. "Es gibt", so ergänzt eine der betagteren Anwesenden, "doch schließlich immer Anlass zum Tanzen."