StartseiteRegionalNeustrelitzInvestor in Sicht – Was wird jetzt aus dem alten Gefängnis?

Nach 20 Jahren Leerstand

Investor in Sicht – Was wird jetzt aus dem alten Gefängnis?

Neustrelitz / Lesedauer: 2 min

Zwei Jahrzehnte dämmerte die Immobilie an der B96 vor sich hin. Doch jetzt könnte wieder Leben einziehen in das alte Gefängnis Alt Strelitz.
Veröffentlicht:22.09.2021, 13:19
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Für das alte Gefängnis Alt Strelitz, eine der wichtigsten Immobilien des Ex-Großherzogtums Mecklenburg-Strelitz, zeichnet sich nach 20 Jahren Leerstand eine Lösung ab. Es gibt einen ernsthaften Interessenten, der das 23.000 Quadratmeter große Gelände kaufen und gewerblich nutzen will, wie Landesfinanzminister Reinhard Meyer (SPD) am Mittwoch in Neustrelitz sagte. Näheres zum Käufer und dessen Vorhaben wollte er mit Rücksicht auf laufende Verhandlungen, unter anderem mit dem Denkmalschutz, nicht sagen.

Das gesamte Gelände im Stadtteil Alt Strelitz ist Bodendenkmal und gilt als frühestes Siedlungsgebiet in der Region Strelitz. Der Denkmalschutz sei inzwischen zu Kompromissen bereit, sagte Meyer. Auf dem Gelände befand sich im frühen Mittelalter eine Wasserburg. Ab 1701, als das Großherzogtum gegründet wurde, stand dort das herzogliche Schloss, das 1712 abbrannte. Von 1733 an wurde weiter nördlich Neustrelitz komplett neu geplant und dort ein Schloss errichtet.

Gelände soll öffentlich nutzbar bleiben

Auf dem Gelände in Alt Strelitz entstand ein Gefängnis und Zuchthaus. Dort saß unter anderem der Schriftsteller Hans Fallada 1944 ein und schriebe einen Roman. Außerdem wurde hier der Pfarrer Bernhard Schwentner 1944 hingerichtet.

Der potentielle Käufer wolle beide denkmalgeschützten Gefängnisgebäude nutzen und auf einigen Flächen etwas dazu bauen. Das Gelände soll auch öffentlich nutzbar bleiben, sagte Meyer. Ein drittes Haus könne abgerissen werden. Die Immobilie, die direkt an der Einfahrt von der B96 aus Berlin nach Neustrelitz liegt, gilt als Visitenkarte der Residenzstadt.