StartseiteRegionalNeustrelitzJagdschule im Süden der Seenplatte bildet wieder aus

Natur

Jagdschule im Süden der Seenplatte bildet wieder aus

Feldberg / Lesedauer: 3 min

Wolfgang Wietasch wollte mit der Selbstständigkeit eigentlich schon im vergangenen Jahr so richtig durchstarten. Doch daraus ist nichts geworden.
Veröffentlicht:14.10.2021, 15:10

Artikel teilen:

Es war ein denkbar ungünstiger Zeitraum für eine Firmengründung. Aber wer weiß das schon vorher. Wolfgang Wietasch hat vor gut einem Jahr in Feldberg eine Jagdschule aus der Taufe gehoben. Der 58-Jährige, der einer Strelitzer Försterfamilie entstammt, hat selbst viele Jahre als Ausbilder an solchen Schulen mitgewirkt. Irgendwann beschloss er, die Fäden selbst in die Hand zu nehmen. Doch der Traum von der Selbstständigkeit konnte zunächst gar nicht gelebt werden. Denn die mit der Corona-Pandemie einhergehenden Beschränkungen bremsten für viele Monate jegliche Schultätigkeit aus.

Viele Freunde und Verwandte haben geholfen

„Das war für uns eine sehr harte und ungewisse Zeit. Ich hatte zwischendurch Zweifel, ob wir es überhaupt schaffen können“, sagt Wietasch, der die Schule zusammen mit seiner Lebensgefährtin Sandra Riedel betreibt. Nur durch die Unterstützung vieler Freunde und Familienangehöriger konnte die verordnete Untätigkeit überhaupt überstanden werden. Jetzt läuft der Schulbetrieb aber wieder in geordneten Bahnen. Und Wolfgang Wietasch hofft, dass es auch so bleiben kann.

Die Feldberger Jagdschule ist die einzige im südöstlichen Mecklenburg und eine von 20 im Land Mecklenburg-Vorpommern. Menschen, die das Handwerk des Jägers erlernen möchten, gibt es genug, weiß Forstingenieur Wietasch, der selbst seit seinem 18. Lebensjahr zur Jagd geht. Seine „Schüler“ kommen aus ganz Deutschland. In den in diesem Jahr bislang angebotenen Kursen saßen aber auch viele Teilnehmer aus der Mecklenburgischen Seenplatte.

Immer mehr Frauen machen in den Kursen mit

Und die Jagd ist längst keine Männerdomäne mehr. Der Frauenanteil steige kontinuierlich, mittlerweile mache er um die 35 Prozent der Auszubildenden aus. Vertreten sind alle Altersgruppen. Ein sogenannter Jugendjagdschein kann schon ab einem Alter von 16 Jahren erworben werden, macht der Schulleiter deutlich.

Die Zeit der Ausbildung in einer Jagdschule bezeichnet Wolfgang Wietasch als sehr intensiv. „Man darf das Ganze auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen. Man muss sich ganz schön auf den Hosenboden setzen“, konstatiert er. Wer die Ausbildung ernst nimmt, habe auch gute Karten, die Prüfung zu bestehen. Rund 90 Prozent der Lehrgangsteilnehmer könne dies letztlich bescheinigt werden.

Lesen Sie auch: Immer mehr Frauen wollen einen Jagdschein

Ausbildung dauert drei Wochen

Unterrichtet wird in einem Nebengebäude des Feldberger Stieglitzenkruges. Die Ausbildung dauert drei Wochen. Der Jagdschein wird allerdings nicht in der Schule, sondern erst nach einer behördlichen Prüfung erteilt. Zur Ausbildung gehören etwa Themen wie Wildbiologie, Wildkrankheiten, Jagdrecht, Waldbau, Landbau, Jagdhundewesen und Waffentechnik. In der Praxis setzen sich die künftigen Jäger unter anderem mit dem Umgang an der Waffe, dem Zerlegen des erlegten Wildes auseinander. Die jeweilige Klasse in der Jagdschule ist überschaubar, was die Zahl der Schüler anbetrifft. Lediglich acht Teilnehmer gehören zu einem Lehrgang. Die persönliche Atmosphäre, die auf diese Weise geschaffen werden kann, ist für den Schulleiter denn auch eine wichtige Grundlage, um das Wissen bestmöglich vermitteln zu können.