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Feuerwehr-Einsatz

Kater sitzt wegen Hitze geschwächt über 24 Stunden auf Baum

Wesenberg / Lesedauer: 3 min

Die Feuerwehr rettete einen Kater, der vollkommen erschöpft in einem Baum saß. Letztlich musste der Ast abgesägt werden. Doch das Tier landete nicht dort, wo es sollte. 
Veröffentlicht:17.07.2023, 10:52

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Anwohner der Seestraße in Wesenberg waren besorgt. Seit Samstag harrte eine sichtlich entkräftete Katze bei großer Hitze auf einem Baum aus und mauzte und jaulte die halbe Nacht jämmerlich. Alles Rufen und Flehen half nichts, die Katze kam einfach nicht mehr herunter vom Baum.

Bisher hat sich kein Besitzer gemeldet

So beschlossen die besorgten herbeigeeilten Wesenberger, die Feuerwehr zu rufen. Die Feuerwehr Wesenberg rückte dann mit ihrer Leiter an und holte die von der Hitze geschwächte Katze mittels ihrer vierteiligen Steckleiter von der Birke. „Das Tier ergriff dann mit festem Boden unter den Tatzen die Flucht“, hieß es von den Kameraden der Wesenberger Feuerwehr. Der Tierschutzverein Katzenparadies aus Neustrelitz wollte die Katze noch einfangen, aber die Samtpfote machte sich von dannen.

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„Der Kater saß mehr als 24 Stunden da oben und das bei den Temperaturen. Die Katze versuchte natürlich zu fliehen, immer weiter weg von der Leiter. Letztendlich wurde der Ast abgesägt und statt in die Decke, fiel er ganz runter“, beschrieb Tierschützerin Manuela Jeschke die Situation vor Ort. Zum Glück sei das Tier gleich wieder aufgestanden.

Laut den Tierschützern habe es sich um einen ungepflegten Kater gehandelt. „Er lief dann auf eine Terrasse auf der Katzenfutter stand, übersäht mit Fliegen und Maden. Vielleicht gehört er dahin“, vermutete Jeschke. „Es war niemand dort, den man hätte fragen können. Wir hoffen, er erholt sich und findet Futter. Wasser haben wir ihm hingestellt. Das war erstmal am wichtigsten“, sagte Jeschke. Wem der Kater gehört, ist noch immer unklar. „Es hat sich kein Besitzer oder Eigentümer zu erkennen gegeben“, sagte Ortswehrführer Rene Deparade von der Feuerwehr Wesenberg. 

Steuerzahler kommt für die Kosten auf

In diesem Fall gehen die Kosten für den Einsatz der Feuerwehr zu Lasten des Steuerzahlers. Die Höhe der Kosten lässt sich nicht pauschal beziffern. „Die Gebühren werden nach Satzung erhoben“, sagte Karola Karl vom Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte. Diese seien aber von verschiedenen Faktoren abhängig, wie die Anzahl der Einsatzkräfte, welche Technik eingesetzt wird und wieviel Stunden der Einsatz dauere, ob er während oder außerhalb der Arbeitszeit oder gegebenenfalls auch nachts stattfinde, erklärte Karl. 

So eine Tierrettung kommt bei der Feuerwehr Wesenberg jedoch relativ selten vor. „Ab und an müssen wir mal Mauersegler, die sich in Dachkästen verfangen haben, retten. Aber dass wir eine Katze vom Baum holen müssen, ist die letzten zwei bis drei Jahre nicht vorgekommen“, sagte Deparade. Bevor die Feuerwehr jedoch mit der Rettung beginnt, wird in der Regel ein paar Stunden abgewartet, bis das Tier eventuell selber wieder den Abstieg vom Baum wagt. Meist haben die Katzen jedoch große Angst, wenn soviel Trubel vor dem Baum ist und klettern dann eher weiter hinauf, um sich erst einmal zu verstecken.