StartseiteRegionalNeustrelitzLandwirte ärgern sich über Stinkefinger

Zoff im Ernte-Stau

Landwirte ärgern sich über Stinkefinger

Wesenberg / Lesedauer: 2 min

Landmaschinen, die dieser Tage notgedrungen auch über Bundes- und Landesstraßen tuckern, sorgen nicht selten für lange Kolonnen hinter sich. Mit dem Höhepunkt der Tourismussaison spitzt sich die Lage noch zu. Manche Verkehrsteilnehmer flippen regelrecht aus.
Veröffentlicht:08.08.2014, 13:01
Artikel teilen:

Stinkefinger, obszöne Gesten, Hupkonzerte - Landwirt Norbert Stier muss dieser Tage auf den Straßen der Region vielfach Unmut von Autofahrern über sich ergehen lassen. "Ich kann nicht verstehen, dass Menschen so nervig sein können. Wo sollen wir hin? Wir können uns ja nicht auflösen", schimpft der Vorstand der Agrargenossenschaft Wesenberg. Erntezeit sei nun mal Stauzeit.

Dabei hat gerade der Präsident des Landesbauernverbands, Rainer Tietböhl, bei den Autofahrern um Verständnis für die Bauern  geworben. In diesen Wochen seien die Erntefahrzeuge bis teils spät in der Nacht unterwegs.Aber das Verständnis könne nicht nur einseitig sein, sondern müsse auch von den Bauern kommen. Ein Landwirt müsse auch mal rechts ranfahren und Autos vorbeilassen, wenn sich hinter ihm ein lange Schlange gebildet hat.

Auch für die Bauern ist Fahrt purer Stress

Ein moderner Mähdrescher laufe heute Tempo 30 und nicht mehr 17 Stundenkilometer wie früher, wendet Stier ein. "Da kann man ja wohl mal fünf, sechs Kilometer hinterherfahren, ohne gleich auszuflippen." Die beiden modernen Mähdrescher seiner Genossenschaft liefen darüber hinaus auf Ketten, was die Breite gegenüber Rädern verringere. Übrigens sei es auch für die Bauern der pure Stress, über die Straßen zu fahren. Deshalb versuche sein Betrieb die Benutzung der Straßen so gering wie möglich zu halten. "Wir haben den Anbau so gelegt, dass große Flächen bearbeitet werden können und wir nicht dauernd Technik umsetzen müssen. Und die Betankung erfolgt auf dem Acker."