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Tourismus

Radverleiher will Standorte in der Seenplatte ausbauen

Neustrelitz/Mirow / Lesedauer: 3 min

Was auf Usedom klappt, soll demnächst auch in der Seenplatte umgesetzt werden. MV-Rad plant dort 15 neue Stationen mit Leih-Fahrrädern. 
Veröffentlicht:11.02.2024, 07:07

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Auf der Ferieninsel Usedom und in der Stadt Greifswald hat MV-Rad bereits erfolgreich ein Netz an Verleihstationen aufgebaut. Jetzt nimmt die Firma mit Sitz in Ückeritz auf Usedom verstärkt die Mecklenburgische Seenplatte in den Blick. Auf Nordkurier-Nachfrage bestätigt Axel Bellinger, Geschäftsführer von MV-Rad, dass es ein Konzept für den Aufbau von 15 weiteren Stationen in den Urlauberdestinationen der Seenplatte gibt. Allen voran habe die Firma dabei Neustrelitz als zentralen Verkehrsknotenpunkt mit guter Bahnanbindung auf der Wunschliste. "Neustrelitz ist das Tor zur Seenplatte", sagt Bellinger. 

Stadt prüft die Anfrage

Vom Interesse des Radverleihers an der Residenzstadt hatte jüngst auch CDU-Vertreter Andreas Peters in der Neustrelitzer Stadtvertretung berichtet. Vor dem Hintergrund der geplanten Erhebung einer Tourismusabgabe und einem weiteren Ausbau touristischer Angebote, könne die Stadt hier profitieren, vielleicht sogar schon zu dieser Saison, so Petters.

Auf Nachfrage im Rathaus bestätigt Pressesprecherin Petra Ludewig, dass MV-Rad bei der Stadt angeklopft habe. "Die Stadt Neustrelitz sieht grundsätzlich den Bedarf, dass das Angebot von Leihfahrrädern ausgebaut wird. Zurzeit wird das Anliegen von MV-Rad in der Verwaltung hinsichtlich der Rahmenbedingungen geprüft", erklärt sie. Die Frage nach genauen Standorte, die in Neustrelitz infrage kommen würden, lässt die Stadt bislang noch unbeantwortet. 

Mirow hat Interesse

Ein paar Schritte weiter ist man bereits in Mirow. Hier betreibt MV-Rad schon Stationen am Bahnhof, in der Innenstadt, an der Jugendherberge sowie im Ortsteil Fleeth. Die Gemeinde und Mirows Bürgermeister tragen das Konzept mit und würden sich für eine weitere Ausweitung stark machen, berichtet Bellinger. Zwei bis drei weitere Stationen sehe sein Radverleih in der Region Mirow vor, damit sich für Nutzer das Pendler-Prinzip noch besser umsetzen lasse.

Kurz zur Funktionsweise: Die Ausleihe erfolgt an den Fahrradständern über eine App auf dem Smartphone. An den Stationen können die Räder auch wieder zurückgegeben werden, wobei unerheblich ist, ob diese Ausgangspunkt war oder ob bei der Rückgabe eine Station an einem anderen Standort genutzt wird. 

Weiterer Ausbauwunsch geäußert

"Sinn macht so ein System natürlich nur, wenn es flächendeckend umgesetzt wird", sagt Mirows Bürgermeister Henry Tesch (CDU), der den weiteren Ausbauwunsch von MV-Rad in der Seenplatte daher begrüßt. Zudem kann er sich in der Kleinseenplatte eine künftige Einbindung des Angebots in die Kur- bzw. Gästekarte vorstellen und er gibt zu bedenken, dass bei der Umsetzung neuer Stationen auch das Laden von E-Bikes mitgedacht werden sollte. 

Im Blick hat MV-Rad  aber nicht nur die Urlauber. Bellinger und Tesch, der Schulleiter am Carolinum in Neustrelitz ist, haben auch das Neustrelitzer Gymnasium auf der Vorhabenliste. Würde auch eine Station am Bahnhof entstehen, so wäre hier mit einem hohen Pendleraufkommen von Schülern zu rechnen. "Unsere Schülerinnen und Schüler kommen aus einem Umkreis von fast 80 Kilometern und können oft ihr eigenes Rad nicht mitnehmen, brauchen aber in Neustrelitz mitunter ein Rad, um Dinge zu erledigen", erklärt Tesch. Am Carolinum plane der Schulverein ein Modell, um den Schülern die Leihräder möglichst kostenfrei anbieten zu können. Sinn habe es aber nur, wenn die Stadt Neustrelitz in einem ersten Schritt ebenfalls eine Fläche am Bahnhof für die Räder zur Verfügung stellt.