Klimakrise

Nationalpark-Wiese soll wieder zum Moor werden

Roggentin / Lesedauer: 2 min

Wenn Sprudelwasser den Spendenfonds füllt: Ein Getränkehersteller aus MV hat eine Aktion für ein Naturschutzprojekt gestartet, das demnächst im Müritz-Nationalpark umgesetzt werden soll.
Veröffentlicht:07.09.2022, 21:30
Aktualisiert:

Von:
  • Author ImageTobias Lemke
Artikel teilen:

Ein trockengelegtes Moor im Müritz-Nationalpark bei Roggentin soll bald wiedervernässt und somit erneut zu einem wirksamen Kohlenstoff-Speicher werden. Unterstützung bei diesem Moor- und Klimaschutzprojekt „Steinstückenwiese“ erhält der Nationalpark dabei durch einen Getränkefabrikanten aus dem Land: Güstrower Schlossquell wird in den kommenden Wochen einen Teil seiner Verkaufserlöse in einen Spendenfonds für das Vorhaben einzahlen.

Mehr zum Thema: Tausende Hektar Acker sollen wieder zum Moor werden

Moore sind nicht nur ein einzigartiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere, sie dienen auch als wichtiger Klimaschützer, indem sie in ihren Torfkörpern dauerhaft Kohlenstoff aus der Atmosphäre speichern. Voraussetzung ist, dass die Moore nicht künstlich entwässert werden.

Sprudelwasser-Firma hilft

Um diese natürlichen Kohlenstoffspeicher zu erhalten, seien in den letzten 30 Jahren im Nationalpark weit über 2500 Hektar Moorfläche renaturiert worden. „Die Spendenaktion von Güstrower Schlossquell unterstützt das Nationalparkamt nun darin eine der letzten größeren Flächen im Park endlich auch wieder mit ausreichend Wasser zu versorgen“, heißt es in einer Mitteilung aus dem Nationalparkamt

Ab sofort fließen 10 Cent pro verkaufter Kiste Güstrower Mineralwasser in den Spendenfonds „Müritz-Nationalpark Moor- und Klimaschutzprojekt“. Die Aktion läuft noch bis zum 31. Oktober. Die Erlöse kommen in voller Höhe der Vernässung des trockengelegten Torfkörpers unter den Steinstückenwiese zugute. Damit werde auf einer Fläche von rund acht Hektar ein wichtiger Speicher für klimaschädliches CO2 reaktiviert.

Große Emissionsquelle für Kohlendioxid

Als Unternehmen mit einer langen Geschichte in Mecklenburg spüre man eine besondere Verantwortung für die Heimatregion, heißt es von der Firma. „Dazu gehört auch eine intakte Umwelt“, begründet Axel Schümann, Leiter Marketing bei Güstrower Schlossquell, das Engagement.

Eike Lucas, Sprecher des Nationalparkamts, verweist darauf, dass trockengelegte Moore eine der größten Kohlendioxid-Emissionsquellen in Norddeutschland seien. „Mit der Wiedervernässung von Mooren im Müritz-Nationalpark wurde von den Kolleginnen und Kollegen in den letzten Jahrzehnten bereits Herausragendes für den Klimaschutz geleistet. Wir freuen uns sehr, mit Güstrower Schlossquell nun für diese Arbeit mit der Aktion,„Steinstückenwiese‘ tatkräftige Unterstützung gefunden zu haben“, so Eike Lucas.