Polizei verschweigt Vorfall in Wendfeld

NPD-Stadtvertreter wegen Reizgas-Attacke angezeigt

Neustrelitz / Lesedauer: 2 min

Gegen Marco Zimmermann ist im Vorfeld der Kommunalwahlen Anzeige erstattet worden. Auslöser war ein Vorfall in Wendfeld. Doch der tauchte in keinem Polizeibericht auf. Erst vor wenigen Tagen war eine ähnliche Angelegenheit aus Neubrandenburg bekannt geworden.
Veröffentlicht:06.06.2014, 17:07

Von:
  • Marlies Steffen
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Noch so eine „verschwiegene“ Geschichte: Gut eine Woche vor den Kommunalwahlen hat es einen Vorfall mit einem NPD-Mann in Mecklenburg-Strelitz gegeben. Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass der Vorsitzende des NPD-Kreisverbands Norman Runge – er sitzt in der Burg Stargarder Stadtvertretung und im Kreistag der Seenplatte – im Verdacht steht, Teile eines Bauzauns gestohlen zu haben.

Und nun geht es um den Neustrelitzer Stadtvertreter Marco Zimmermann. Nordkurier-Informationen zufolge hatte er am 17. Mai – gut eine Woche vor den Europa- und Kommunalwahlen – in Wendfeld Wahlplakate aufgehängt. Die Bemerkung eines Dorfbewohners, dass diese wohl nicht lange an den Laternenmasten halten würden, soll ihn wütend gemacht haben. Er soll sich auf das Grundstück des Anwohners begeben, Briefkasten und Hofeinfahrt gefilmt und den Hausherrn dann mit Pfefferspray attackiert haben. Das Opfer musste sich in ärztliche Behandlung begeben und zeigte den Vorfall bei der Polizei an. 

In Wendfeld ist man verwundert, dass über die Angelegenheit bislang nichts in die Öffentlichkeit drang. Carolin Henschke vom Polizeipräsidium Neubrandenburg sieht indessen kein Informationsversäumnis. Sie bestätigt auf Nordkurier-Nachfrage einen Vorfall zwischen einem 54-Jährigen und einem 29-Jährigen am 17. Mai in Wendfeld. Bei diesem sei die „Sachverhaltslage“ bislang unklar. Es gebe gegenseitige Schuldzuweisungen und Anzeigen von beiden Seiten. Das Schweigen der Polizei sei in solchen Fällen üblich.

Marco Zimmermann ­wurde am 25. Mai mit 758 Stimmen in die Neustrelitzer Stadtvertretung gewählt. Der gehörte er auch schon in den vergangenen Jahren an. Allerdings praktisch nur auf dem Papier, denn an den meisten Sitzungen nahm er nicht teil.