StartseiteRegionalNeustrelitzSchweriner Ministerium nennt Bedingungen für Wolfs-Abschuss

Feldberger Seenlandschaft

Schweriner Ministerium nennt Bedingungen für Wolfs-Abschuss

Feldberg / Lesedauer: 2 min

Die Naturschutzbehörde wird wohl erneut einen Antrag auf Entnahme eines Wolfes aus Feldberg auf dem Tisch liegen haben. Wie geht es dann aber weiter?
Veröffentlicht:07.01.2022, 09:57

Artikel teilen:

Von der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft wird dieser Tage erneut ein Antrag auf Entnahme, sprich auf Abschuss eines Wolfes vorbereitet. Dies kündigte Feldbergs Bürgermeisterin Constance von Buchwaldt (SPD) Mitte dieser Woche an, nachdem ein Einzelwolf wiederholt am Ortsrand in „befriedetem Gebiet“ beobachtet wurde. Zu prüfen hat den Antrag die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises. Bei Bedarf könne sich die Behörde mit dem Schweriner Umweltministerium abstimmen, erklärte Ministeriumssprecher Claus Tantzen nun zum weiteren Ablauf.

Lesen Sie auch:Wieder Wolf bei Feldberg gesichtet – diesmal in Hotelnähe

Entscheidung hängt vom Einzelfall ab

Wie schnell eine Entscheidung herbeigeführt werden kann, hänge dabei vom Einzelfall ab. „Sobald sicher festgestellt wird, dass die rechtlichen Voraussetzungen für eine Entnahme vorliegen, kann zeitnah eine Genehmigung für die Entnahme durch die zuständige Untere Naturschutzbehörde erteilt werden“, erklärt Tantzen. Sind die Voraussetzungen für eine Entnahme nicht oder noch nicht belegt, werde weiter geprüft. So wurden beim vorigen Antrag der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft im Vorjahr unter anderem zunächst Wildkameras installiert, um den Sachverhalt weiter aufzuklären. Nachdem die Wildkameras über längere Zeit keinen Wolf nachweisen konnten, und sich auch sonst die rechtlichen Voraussetzungen nicht bestätigt haben, wurde der Antrag auf Entnahme abgelehnt.

Der Abschuss eines Tiers sei möglich, soweit es um eine Ausnahme im Interesse der Gesundheit von Menschen geht, heißt es vom Ministeriumssprecher. Bei wiederholter Annäherung eines Wolfes an Menschen auf weniger als 30 Meter oder ein unprovoziert aggressives Verhalten von Wölfen gegenüber Menschen gelten etwa als Bedingung für einen Abschuss.   Auch Nutztierrisse stellten unter Umständen einen Grund für eine Entnahme eines Wolfes dar. Die Kriterien seien aber andere als bei einer Ausnahmegenehmigung, die im Interesse der Gesundheit des Menschen erteilt werde, heißt es aus dem Ministerium.

Das könnte Sie auch interessieren:▶ Straßenwärter sehen hinkenden Wolf (Video)

Bisher elf Anträge auf Entnahme eines Wolfs

Insgesamt gab es laut dem Schweriner Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern bislang elf Anträge auf Entnahme oder Vergrämung eines Wolfes. In einem Fall wurde ein Antrag positiv beschieden. In der Nähe von Schwaan wurde 2020 eine Wölfin wegen Hybridisierungsgefahr entnommen, also wegen einer Verpaarung mit einem Hund.

Um bessere Informationen über Vorkommnisse mit Wölfen in der Feldberger Seenlandschaft zu bekommen, solle zudem eine Datenbank aufgebaut werden, so Feldberg Bürgermeisterin von Buchwaldt. Zusammen mit Jägern, Pächtern und Forstleuten solle die Datenbank gepflegt werden und Informationen sammeln aus der Region.