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Sommerferien

Schwimmkurse auch dank Nordkurier-Leserhilfswerk

Neustrelitz / Lesedauer: 3 min

Dank des Leserhilfswerkes der Nordkurier-Mediengruppe hatten jetzt auch ukrainische Flüchtlingskinder die Chance, Schwimmerfahrung zu sammeln.
Veröffentlicht:12.08.2022, 16:17
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Ukrainische Flüchtlingskinder haben in den vergangenen 14 Tagen kostenlose Schwimmkurse an der Badeanstalt am Glambecker See in Neustrelitz erhalten. Unterstützt wurde die Aktion durch das Nordkurier Leserhilfswerk. Die Einnahmen aus den Stadt-Land-Klassik-Konzerten der Philharmonie der Nordkurier-Mediengruppe haben dazu beigetragen, dass die ukrainischen Kinder das Schwimmen erlernen konnten.

Drei Euro von jeder verkauften Konzertkarte wurden an das Leserhilfswerk gespendet. Den Betrag aus den Kartenerlösen rundete die Nordkurier-Mediengruppe dann nochmals auf 4000 Euro auf.

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Kurse haben den Kindern gut getan

Mal rauskommen aus dem Alltag, das hat den Kindern gutgetan. Nun halten sie stolz ihre Schwimmabzeichen von „Seepferdchen“ bis „Bronze“ in der Hand. Hemmungslos stürzen sie sich in die Fluten. „Sie haben im Gegensatz zu deutschen Kindern keine Angst vorm Wasser. Die Vierjährigen haben kein Kälteempfinden. Sie springen freiwillig rein. Wir haben bei den Kleinen die Grundlagen gelegt. Die Kinder sind sehr tolerant, superfreundlich, lernwillig und leicht zu begeistern“, hat die DRK-Schwimmkoordinatorin Wencke Mahnke festgestellt.

Viele ältere Kinder würden auch schon Vorerfahrungen mitbringen. Oft bräuchten sie nur noch Rückenschwimmen und Streckentauchen erlernen, so Mahnke. „Sie sind so happy, dass sie was machen können und aus dem immer gleichen Alltagstrott herauskommen“, berichtet die Rettungsschwimmerin. Montags und dienstags sei eine Dolmetscherin vor Ort gewesen, eine ehrenamtliche Ukrainerin, die schon länger in Deutschland lebe. In der Muttersprache seien die Baderegeln erklärt worden. Auf Ukrainisch erfahren die Kinder, wozu eine Schwimmnudel und ein Schwimmbrett gut seien. „Schwimmgürtel kennen die ukrainischen Kinder nicht. An diese musste man sie behutsam ranführen“, so Mahnke.

Mit Mimik und Gestik verständigt

Die Schwimmlehrer verständigen sich mit Mimik und Gestik sowie auf Englisch mit den Ukrainern. Die Gruppengröße ist bei den zwei angedachten Kursen mit maximal 15 Kindern sehr gering gehalten worden, um auf jedes Kind individuell eingehen zu können. Einiges geht langsamer durch die Sprachbarriere. Für die Schwimmtrainer ist die non-verbale Kommunikation mit den Flüchtlingskindern eine völlig neue Erfahrung. „Es wäre schön, wenn man direkt nach den Sommerferien mit den Schwimmkursen weitermachen könnte, aber dazu müsste es in Neustrelitz eine Schwimmhalle geben“, findet Mahnke. Die sechsjährige Stanislava schwimmt hier das erste Mal, erzählt ihre Mutter. Früher hätte sie Angst vorm Wasser gehabt. Die beiden älteren Geschwister seien mittlerweile gute Schwimmer. Die fünfköpfige ukrainische Familie ist am ersten Kriegstag aus Charkiw geflohen.

Auch Kurs für Warener Flüchtlingskinder

Auch die Warener Flüchtlingskinder hatten in der letzten Woche einen Schwimmkurs. „Die meisten Ukrainer sind jetzt mit ihren Sprachkursen durch und viel mit sich allein und somit für jede Ablenkung dankbar“, sagt Maik Luplow, Leiter der Gemeinschaftsflüchtlingsunterkünfte in Waren. 76 Flüchtlinge seien in einer Jugendherberge in Waren mit je zwei Familien, überwiegend Frauen mit Kindern, in einem Vier-Bettzimmer untergebracht. „Der Landkreis plant, die Gemeinschaftsunterkünfte bis Ende des Jahres leer zu bekommen. Die Flüchtlinge sollen ihre eigenen Wohnungen bekommen, damit sie auf eigenen Füßen stehen und besser integriert werden können“, teilt Luplow mit. „Die Resonanz auf die Schwimmkurse war positiv. Einige haben die Sommerferien aber auch genutzt, um nach Hause in die Ukraine zu fahren und sich einen Überblick zu verschaffen“, heißt es von Carolin Blumenau vom DRK Kreisverband Mecklenburgische-Seenplatte.

Nächste Woche Donnerstag werden 250 Kinder die Badeanstalt am Glambecker See bevölkern. Die Schwimmfähigkeiten der Drittklässler aller Neustrelitzer Grundschulen werden dann statistisch erhoben.