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Tausende Sänger im ganzen Land proben wie wild – wofür eigentlich?

Burg Stargard / Lesedauer: 4 min

In Projekt-Chören wird überall ein großes musikalisches Ereignis vorbereitet. Sänger kommen dafür im März in Rostock zusammen.
Veröffentlicht:16.01.2023, 07:35

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Wenn im März das Chor-Musical „Martin Luther King – Ein Traum verändert die Welt“ mit mehr als tausend Sängerinnen und Sängern sowie einer Bigband in Rostock aufgeführt wird, dann sind auch sangesfreudige Menschen aus der Kirchgemeinde Wanzka dabei. Dieses Musical lebt vom Mitmachen. Initiator ist die Stiftung Creative Kirche, die seit vielen Jahren Gospel-Chorprojekte fördert. Die Idee dahinter lautet: Glauben singen, Glauben leben.

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Premiere in Essen – mit 2400 Sängern

Das aktuelle Gospelmusical „Martin Luther King“ erlebte 2019 in der Essener Grugahalle seine Premiere mit 2400 Sängerinnen und Sängern. Die geplante Tour durch Deutschland geriet durch die Corona-Pandemie ins Stocken. Jetzt hat sie wieder Fahrt aufgenommen. Während die Hauptdarsteller und Musiker von Stadt zu Stadt reisen, ist der Chor immer wieder ein anderer. In den jeweiligen Regionen kommen Menschen zusammen, die gerne singen und das gerne mit anderen – sehr vielen anderen. Im Kirchenkreis Wanzka gibt es mehrere Chöre, die zu Gottesdiensten auftreten. Sie werden von Kirchenmusikerin Barbara Gepp angeleitet.

Als im Sommer klar war, dass das Gospelmusical in Rostock aufgeführt wird, startete der Kirchenkreis Mecklenburg und der Pommersche Kirchenkreis einen entsprechenden Aufruf. Seit Oktober proben in ganz Mecklenburg-Vorpommern 32 sogenannte Projektchöre für die Aufführung im März. Einer davon unter Leitung von Barbara Gepp.

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Leute aus der gesamten Region singen zusammen

„Eigentlich war geplant, im Gemeinderaum Feldberg zu üben. Aber aus der Feldberger Ecke war die Resonanz auf den Aufruf eher zurückhaltend. Dafür meldeten sich Leute aus Neustrelitz, Neubrandenburg, Waren, sogar aus Berlin. „Darum treffen wir uns in Burg Stargard, das liegt für die meisten günstiger“, sagt sie.

Einmal im Monat samstags kommen die 25 Sängerinnen und Sänger für die gemeinsame Probe im Gemeindehaus zusammen. „Den Dezember haben wir ausgelassen, was nicht heißt, dass nicht geprobt wird“, sag die Kirchenmusikerin. Jeder und jede, die sich für das Gospelmusical angemeldet hat, bekam Noten und eine Übungs-CD, um zu Hause die Texte und Melodien studieren zu können.

Treffen mit dem Musical-Komponisten

Barbara Gepp und alle anderen Chorleiter trafen sich im September mit dem Musical-Komponisten. „Das war für alle sehr aufschlussreich und es wird spannend, wenn im März dann alle Chöre zusammengeführt werden“, sagt Barbara Gepp. Für alle Beteiligten sei es schon jetzt eine ganz neue Erfahrung. Das Musical erzählt in einer Mischung aus Gospel, Rock’n’Roll, Motown und Pop die Geschichte des Baptistenpastors und Friedensnobelpreisträgers Martin Luther King. Die mitreißende Show mit bewegenden Melodien und eindrücklichen Texten von Andreas Malessa, Hanjo Gäbler und Christoph Terbuyken nimmt die Zuschauer klanglich mit in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Eine Zeit, die überraschend viele Parallelen zur Gegenwart hat. „Musikalisch ist das für uns eine tolle Herausforderung“, sagt Barbara Gepp.

20 Nummern sind für das Stück einzuüben

Dass der Aufruf zum Mitmachen in der Region nur so verhalten aufgenommen wurde, erklärt die Kirchenmusikerin sich mit der langen Corona-Pause. Chöre durften zu Proben nicht zusammenkommen, weil die Ansteckungsgefahr zu groß war. „Mancher hat aber auch aus Altersgründen das Singe aufgegeben. Jetzt normalisiert sich die Lage wieder“, schätzt Barbara Gepp ein. Insgesamt müssen die Sängerinnen und Sänger 20 Nummern für das Musical in Rostock einüben. „Mal sind das Chorsätze über mehrere Seiten, mal nur kurze Einwürfe“, sagt Barbara Gepp. Da das Musical in deutscher Sprache aufgeführt wird, ist das Texterlernen etwas einfacher. Dank eines digitalen Probetools können die Sängerinnen und Sänger auch zu Hause die Stücke einstudieren. Die Komponisten Hanjo Gäbler und Christoph Terbuyken und Librettist Andreas Malessa gestalteten das Chormusical anspruchsvoll, herausfordernd und inspirierend als Einladung für jeden, sich mit den eigenen Fähigkeiten einzubringen, um positive Veränderung hervorzurufen. In Partnerschaft mit Brot für die Welt unterstützt das Chormusical „Martin Luther King“ ein Projekt für Menschenrechte in Kenia.

Generalprobe am 11. März

Erstmals kommen die Chöre am 11. März zur gemeinsamen Generalprobe in Rostock zusammen. „Mit so vielen Menschen gemeinsam zu singen, lässt keinen kalt“, ist Barbara Gepp überzeugt. Eine Woche später wird es dann für alle Beteiligten ernst. Am 18. März erklingt das atemberaubende, stimmgewaltige Gospelmusical für das Publikum in der Stadthalle Rostock.

Tickets unter: www.king-musical.de