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Petition

Urlauber–Dorf in der Seenplatte will die Autofahrer ausbremsen

Canow / Lesedauer: 3 min

Die B122 läuft mitten durch Canow. Die Dorfbewohner wollen den Auto–Lärm nicht länger hinnehmen. Sie haben gleich mehrere Ideen.
Veröffentlicht:23.07.2023, 12:51

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Forderungen, wonach den erhöhten Verkehrsbelastungen auf der B122 in Canow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) zwischen Wesenberg und Rheinsberg etwas entgegengesetzt werden müsse, gibt es schon länger. Nun haben die Canower eine Petition gestartet, mit der sie Unterschriften sammeln, um ihre Vorstellungen bei den Straßenbaubehörden in Mecklenburg–Vorpommern möglichst durchzusetzen.

Blitzer, Verkehrsinseln, durchgehende 30er Zone

Ihrer Ansicht nach braucht das Dorf an den beiden Ortseingängen der B122 Verkehrsinseln, die Autofahrer zum Abbremsen bringen. Zudem fordern sie eine Ausweitung der Tempo–30–Zone auf die komplette Ortsdurchfahrt, einen Blitzer sowie einen Fußgängerübergang in der Dorfmitte. 

Autofahrer schneller als erlaubt unterwegs

Von so manchen brenzligen Situationen, in denen es fast zu Unfällen gekommen sei, berichten Sabina Gröner und Auriel Tschaikowski, die die Petition mit initiiert haben. „Die Argumentation kann doch nicht sein, dass eine Straße erst Unfälle aufweisen muss, bevor gehandelt wird. Wir wollen, dass vorher etwas passiert“, sagt Tschaikowski, der mit seiner Familie das Gasthaus Canow am Ortsausgang in Richtung Rheinsberg betreibt und direkt an der Straße wohnt. Gröner hat mit ihrem Partner genau am anderen Ende des Ortes, in Richtung Wustrow, ein Haus bezogen. Beide wissen nur allzu gut, dass der Verkehr vor ihren Haustüren meist schneller als die erlaubten 50 km/h ins Dorf hineinrollt. Tempo 30 gilt hingegen nur in der Dorfmitte. Das reicht beiden und vielen anderen Canowern nicht aus. 

Auch Urlauber und Restaurant–Gäste betroffen

Es sei schwer, gegen die Vorstellung der Straßenplaner anzukommen, wonach der Verkehr auf Bundesstraßen möglichst ungehindert und schnell fließen müsse. „Fließender Verkehr bezieht sich in Canow aber nicht nur auf Autos. Im Sommer kommen eben viele Radler und Fußgänger hinzu. Alle müssen sich dann den gleichen Verkehrsraum teilen“, berichtet Tschaikowski. Leidtragende der Verkehrszustände seien also auch Urlauber und Gäste. Deren Zahl habe in den Vorjahren erfreulicherweise stetig zugenommen, leider treffe das aber auch auf die Zahl der Autos und Laster auf der schmalen B122 zu. Seit der Tonnagebegrenzung an einer Brücke auf der B96 im benachbarten Fürstenberg sei der Straßenabschnitt über Canow nämlich zur Ausweichstrecke für Lkw geworden. Darauf machte im Vorjahr bereits Diana Neumann vom Gasthause zur Schleuse im Nordkurier aufmerksam. 

Unterschriftenlisten liegen aus

Die Gemeindevertretung Wustrow und der Bürgermeister würden ihr Anliegen unterstützen, sagen die Canower. Der Kommune seien am Ende aber die Hände gebunden, wenn deren gestellte Anträge abgelehnt werden, schildert Gröner. Die Petition, die vor wenigen Tagen im Internet gestartet wurde und für die auch ausgedruckte Unterschriftslisten in Canow ausliegen, richtet sich daher an das für Bundesstraßen zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr in MV.

Schon viele haben unterschrieben

Innerhalb von zwei Monaten sollen mindestens 500 Unterschriften gesammelt werden, so die Zielmarke, die sich die Initiatoren gesteckt haben. Fast 170 Personen hatten bis  Sonntag bereits auf der Seite www.openpetition.de die Eingabe unterschrieben, mehr als 50 davon haben auch eine Begründung angegeben. „Dass so viele sogar einen Kommentar hinterlassen, zeigt uns, wie wichtig den Leuten das Thema hier vor Ort ist“, sagt Tschaikowski. 

Erreichbar ist die Seite über den Link www.openpetition.de/petition/statistik/tempo–30–in–ganz–canow oder einfach auf www.openpetition.de nach dem Stichwort „Canow“ suchen.