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Wieder Wolf bei Feldberg gesichtet – diesmal in Hotelnähe

Feldberg / Lesedauer: 2 min

In der Feldberger Seenlandschaft häufen sich die Begegnungen von Wolf und Mensch. Anfang der Woche wurde ein Einzeltier am Stieglitzenkrug beobachtet.
Veröffentlicht:05.01.2022, 15:34

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Wolfssichtung ist nicht gleich Wolfssichtung. Dass die Beobachtungen mit anwachsender Population zunehmen, ist verständlich. Für Feldbergs Bürgermeisterin Constance von Buchwaldt (SPD) ist jedoch längst eine neue Stufe erreicht. Eine erneute Begegnung von Mensch und Wolf am Dienstag dieser Woche am Ortsrand von Feldberg ist für sie Anlass für einen zweiten Antrag auf Entnahme, sprich, sie fordert den Abschuss eines Wolfes. Ein entsprechendes Gesuch werde in der Gemeindeverwaltung vorbereitet, kündigte sie am Mittwoch an.

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Bereits mehrfach Sichtungen rund um Feldberg

Am Dienstagnachmittag hatte eine Angestellte des Waldhotels Stieglitzenkrug einen Wolf beobachtet. Von Buchwaldt hatte sich daraufhin am Mittwochmorgen vor Ort umgeschaut und festgestellt, dass sich das Tier „im befriedeten Bereich“ aufgehalten habe. „Ich möchte die Bevölkerung daher für die Situation sensibilisieren und darauf aufmerksam machen, dass Hunde unbedingt an der Leine zu führen sind“, betont sie. Die Beobachtung aus dieser Woche sei dabei längst nicht die einzige der jüngeren Vergangenheit. So habe es in der gleichen Gegend bereits mehrfach Sichtungen – etwa an der Bushaltestelle, in der Kleingartenanlage am Schlichter Damm und an der ehemaligen Jugendherberge – sowie Rissvorfälle gegeben.

Ob es sich stets um den gleichen Wolf gehandelt hat und ob Gefahren von dem Tier ausgehen, müssen anderen Stellen beurteilen, sagt von Buchwaldt. Informiert wurden von ihr das Wolfsmonitoring MV, die Polizei, das Ordnungsamt, die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises und der zuständige Revierförster. Es gehe darum, die Lage sachlich einzuordnen und ernst zu nehmen. Festzuhalten sei, dass hier offenbar wenig Scheu bei einem Tier bestehe. Ohnehin fordert Feldbergs Bürgermeisterin Änderungen beim Umgang mit dem Wolf und ein Ende der Romantisierung. „Festzustellen, wann ein guter Erhaltungszustand einer Wolfspopulation erreicht ist – das ist die große Aufgabe“, sagt von Buchwaldt. Aus ihrer Sicht sei dieser Punkt in der Region bereits erreicht.

Auf Radweg kam ein Wolf einem Kind sehr nahe

Laut dem Wolfsmonitoring MV gibt es aktuell 14 Rudel, ein Wolfspaar sowie fünf Einzelgänger im Land. Erkenntnisse über Rudel in der Strelitzer Region existieren dabei vor allem westlich und südlich von Neustrelitz (Wokuhl, Müritz-Nationalpark, Steinförde) sowie zwischen Woldegk und Friedland (Eichhorst). Die Gemeinde Feldberger Seenlandschaft hatte bereits im Sommer vorigen Jahres bei der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises einen Antrag auf Entnahme eines Wolfes gestellt, nachdem auf einem Radweg nahe Feldberg eines der Raubtiere einem Kind sehr nahe gekommen sein soll. Der Abschuss wurde Ende des Jahres abgelehnt.