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Digitalisierung

Ärger an Grundschule: Wo bleibt die versprochene Technik?

Mewegen / Lesedauer: 3 min

Über die Werbung einer Firma kann Bürgermeister Schulze nur schmunzeln. Denn geliefert wurde noch nichts.
Veröffentlicht:23.09.2023, 18:12

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Über die Werbung der Firma Mü. Comp Prenzlau kann Rainer Schulze nur schmunzeln. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Und jetzt werden wir im Stich gelassen“, meint der Rothenklempenower Bürgermeister. Nach seinen Worten hat die Gemeinde Ende 2022 bei der Firma fünf interaktive Tafeln für die Kleine Grundschule Mewegen bestellt. Danach sei nichts mehr passiert.

Riesen-Enttäuschung über fehlende Technik

Mehrfach habe er inzwischen per E-Mail oder per Telefon versucht, einen Verantwortlichen zu erreichen – ohne Ergebnis. „Man braucht die digitalen Tafeln nur anbauen und fertig“, meint Schulze. Als Voraussetzung dafür habe die Gemeinde im Vorfeld aus Eigenmitteln die Elektrik in dem Schulgebäude erneuern lassen. Für die vier Lehrer seien bereits Tabletcomputer (iPad) angeschafft worden. Geplant sei, für alle 60 Schüler solche Geräte ebenfalls zu erwerben.

Über das Amt Löcknitz-Penkun habe er sich erkundigt, ob die fünf Tafeln vom Hersteller geliefert werden können. Das sei bestätigt worden. „Eine neue Ausschreibung wäre teurer. Außerdem schiebt sich schon jetzt alles nach hinten“, sagt der Bürgermeister. Die Gemeinde habe für die Digitalisierung des Unterrichts an der Grundschule Mewegen rund 300 000 Euro eingeplant, ein Drittel davon bringe sie als Eigenmittel auf. Dass ein Auftrag nicht von heute auf morgen ausgeführt werde, könne er verstehen. Dass man aber so im Stich gelassen werde, sei für ihn nicht nachvollziehbar. „So enttäuscht war ich noch nie“, fasst Rainer Schulze seinen Unmut zusammen. 

Schulleiter muss sich rechtfertigen

Die Verzögerung ärgert auch Jens Anker, Leiter der Kleinen Grundschule Mewegen. „Wir haben Fortbildungen für die Lehrer eingeplant, die nur mit den Tafeln möglich sind. Dafür werden Gelder vom Schulamt zurückgehalten“, erklärt er. Die anderen Lehrer seien der neuen Technik gegenüber sehr aufgeschlossen. Diese wie auch Eltern hätten mehrfach nachgefragt, warum an der Schule in Mewegen nichts passiere. 

Inzwischen droht Streit vor Gericht

„Die Verärgerung kann ich nachvollziehen“, meint Mü Comp-Geschäftsführer Thoralf Rutz auf Nachfrage unserer Zeitung. Nach seinen Angaben seien nicht die fünf Tafeln das Problem. Diese seien schon geliefert worden und stünden in der Firma. Anders sehe es mit den dafür notwendigen Halterungen aus. Sein Unternehmen habe eine große Abnahmemenge von etwa 900 Stück bei dem Hersteller bestellt. Dieser könne diese nicht mehr zu den vereinbarten Konditionen und Preisen liefern. „Wir stehen kurz vor einem Gerichtstermin. Noch hoffen wir auf eine außergerichtliche Einigung“, sagt Thoralf Rutz. Er gehe davon aus, dass trotz aller Schwierigkeiten mit der Lieferung der Halterungen die Installation der Tafeln in der Mewegener Schule in den nächsten Tagen erfolgen wird.