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Zu schnell gefahren?

AfD-Abgeordneter Komning steht vor Gericht

Pasewalk / Lesedauer: 2 min

Der Rechtsanwalt aus Neubrandenburg hat Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid erhoben. Denn er ist sich keiner Schuld bewusst. Die Verfehlung habe ein anderer begangen.
Veröffentlicht:11.07.2022, 14:05

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Schneller als die Polizei erlaubt: Am Donnerstag muss sich der Neubrandenburger AfD-Bundestagsabgeordnete Enrico Komning vor dem Amtsgericht in Pasewalk verantworten. Wie ein Sprecher der Justizbehörde dem Nordkurier am Montag sagte, soll der Rechtsanwalt im vergangenen Sommer in einer Ortschaft an der B 197 mit überhöhter Geschwindigkeit „geblitzt“ worden sein. Weil sich der Fall im Landkreis Vorpommern-Greifswald ereignete und der Neubrandenburger Einspruch gegen den Bescheid der Bußgeldstelle erhoben hat, muss nun ein Richter in Pasewalk darüber entscheiden.

Ein Mitarbeiter, der ihm ähnlich sehen soll

Denn Komning wähnt sich im Recht, das Bußgeld noch nicht bezahlt zu haben. Weil er selbst gar nicht am Steuer gesessen hat, wie er gestern auf Anfrage erneut bekräftigte. Mit dem auf ihn zugelassenen Auto sei ein Mitarbeiter gefahren, der ihm etwas ähnlich sehe, so Komning. Aber obwohl er das der Bußgeldstelle in seinem Widerspruch mitgeteilt habe, sei die Behörde hart geblieben. „Wenn ich am Steuer gesessen hätte, würde ich das Bußgeld längst bezahlt haben“, so der Bundespolitiker. So aber nicht, schließlich sei er sich keiner Schuld bewusst.

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Zu der Gerichtsverhandlung am Donnerstag erscheine er persönlich, kündigte der Beschuldigte an. Und sein Mitarbeiter, der laut Komning damals mit dem Auto gefahren sei, werde ebenfalls dabei sein. Dann könne sich der Richter persönlich davon überzeugen, wer bei der Geschwindigkeitsübertretung fotografiert worden sei, hieß es weiter. Der Rechtsanwalt sagte dem Nordkurier, er könne dem Gericht bei Zweifeln auch die Erstellung eines anthropologisches Gutachtens anbieten. Darin bewertet ein Fachmann das Foto und die Identität.

Bundestagskollege Amthor musste Führerschein abgeben

Der 53-Jährige ist Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Bundestag und unterhält eine Anwaltskanzlei in Neubrandenburg. Er vertritt den Wahlkreis, der Teile der Seenplatte und Vorpommern-Greifswalds umfasst. Bei der Bundestagswahl 2021 zog er wie schon 2017 über die Liste ins Parlament ein, nachdem er bei der Direktwahl als Zweitplatzierter gegen Erik von Malottki (SPD) unterlegen war.

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Vier Jahre zuvor hatte Komning im Kampf um das Mandat gegen den CDU-Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor aus Torgelow verloren, der im vergangenen Herbst seinen Führerschein wegen zu schnellen Fahrens für einen Monat abgeben und ein Bußgeld von 450 Euro zahlen musste. Auch darüber hatte das Amtsgericht in Pasewalk entschieden.