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Prozess

Mann legt Feuer vor Wohnung der Ex-Freundin und attackiert sie

Pasewalk / Lesedauer: 2 min

Nach der Trennung setzt ein Mann die Wohnungstür seiner Ex-Freundin in Brand. Als diese die Flammen löschen will, schlägt er auf sie ein.
Veröffentlicht:07.02.2024, 07:09

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Weil er die Wohnungstür seiner Ex-Partnerin in Brand gesetzt und diese geschlagen hat, muss ein Mann aus Pasewalk (Vorpommern-Greifswald) ins Gefängnis. Das Amtsgericht Pasewalk hat den 46-Jährigen der versuchten schweren Brandstiftung und der gefährlichen Körperverletzung schuldig gesprochen, wie ein Sprecher des Gerichtes am Mittwoch sagte.

Frau fühlt sich weiterhin verfolgt

Der Vorfall hatte sich im September 2022 in einem Mehrfamilienhaus in Pasewalk ereignet. Die 35-Jährige hatte das Feuer löschen und sich mit Reizgas zur Wehr setzen können. Sie leidet aber bis heute an den psychischen Folgen des Vorfalls, wie sich im Prozess zeigte. Die Frau fühlt sich weiterhin von dem Mann verfolgt und trat im Prozess als Nebenklägerin auf.

Richter Gerald Fleckenstein verhängte 22 Monate Freiheitsstrafe gegen den mehrfach - auch wegen Körperverletzungen - vorbestraften Ex-Freund. Nach Auffassung des Gerichtes hatte der Angeklagte Feuerzeugbenzin vor der Wohnungstür im Treppenhaus des Plattenbaus auf ein Holzstück gekippt und dieses entzündet.

Motiv soll Ärger über das Verhalten der Frau nach der Trennung gewesen sein. Das Paar hatte nach Angaben des Opfers einige Jahre in einer Art „On-Off-Beziehung“ gelebt, sie hatte sich dann aber getrennt.

Mit Messer auf Ex-Freundin losgegangen

Die Frau hatte das Feuer damals bemerkt und ausgetreten. Es kam zu keinem nennenswerten Sachschaden. Der Angeklagte soll sie danach mit einem Messer angegriffen und geschlagen haben. Vor Gericht räumte der Angeklagte die Vorwürfe zwar in Teilen ein, gab aber an, sich nur gegen einen Reizgasangriff der Ex-Freundin gewehrt zu haben. Dem schenkte das Schöffengericht aber keinen Glauben.

Die 35-jährige Nebenklägerin brach während der Zeugenanhörung im Gerichtssaal mehrfach in Tränen aus und leidet nach eigenen Angaben seelisch weiter stark unter dem Verhalten ihres Ex-Freundes, von dem sie sich auch jetzt noch verfolgt und belästigt fühlt.

Mit dem Urteil folgte das Gericht weitgehend der Forderung der Staatsanwaltschaft, die zwei Jahre Freiheitsstrafe für den Angeklagten verlangt hatte. Der Verteidiger des 46-Jährigen wollte dagegen einen Freispruch für seinen Mandanten, der weiterhin auf freiem Fuß blieb. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.