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Spezielle Immobilie

Dieser DDR-Bunker wird verkauft oder an Prepper vermietet

Pasewalk/Torgelow / Lesedauer: 3 min

Ein Ex-Nachrichtenbunker bei Pasewalk steht seit Jahren weitgehend leer. Seine Eigentümer wollen ihn jetzt zu Geld machen. Eine ihrer Zielgruppen: Leute aus der Prepper-Szene.
Veröffentlicht:04.12.2023, 06:07

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Ein Atombunker aus DDR-Zeiten ist im Wald zwischen Pasewalk und Bröllin zu haben. Das drei Hektar große Grundstück mit mehr als 950 Quadratmeter großer oberirdischer Gebäudefläche und ebenso viel unterirdischer Bunkerfläche steht für rund 1 Million Euro Verhandlungsbasis zum Verkauf. Alternativ kann gemietet werden.

„Für Leute mit erhöhtem Sicherheitsbedürfnis“

Das Spezialobjekt, Baujahr 1983/48/, gehört Heinz Fuhrmann und Gertraud Tilscher, die vor vielen Jahren aus Bayern nach Torgelow-Holl gezogen sind und es 2019 gekauft haben. Vorbesitzer war eine Gesellschaft, die auf dem Gelände ein Blockheizkraftwerk errichten wollte. An Leute mit erhöhtem Sicherheitsbedürfnis, beispielsweise Prepper, wolle er verkaufen oder vermieten, sagte Heinz Fuhrmann. Kontakte habe er, Verträge seien nicht zustande gekommen. Die aktuelle Lage mit Kriegen in Israel und der Ukraine lasse ihn hoffen, jetzt ernsthafte Interessenten zu finden.

Gertraud Tilscher und Heinz Fuhrmann haben den Bunker im Jahr 2019 gekauft. Jetzt werden erneut Käufer oder Mieter gesucht.
Gertraud Tilscher und Heinz Fuhrmann haben den Bunker im Jahr 2019 gekauft. Jetzt werden erneut Käufer oder Mieter gesucht. (Foto: Archiv/Rainer Marten)

Platz für 35 Personen 

35 Leute könnten in dem ehemaligen Nachrichtenbunker 60 Tage ohne Kontakt zur Außenwelt leben, sagte der 63-Jährige. Im Hochsicherheitsbereich mit fünf tonnenschweren Stahltüren könne nichts passieren. Die seien unknackbar. Auch als Logistik-Station, Lager, Rechenzentrum oder Serverfarm sei die Anlage zu gebrauchen.

Fünf dieser tonnenschweren Stahltüren sichern den Bunker.
Fünf dieser tonnenschweren Stahltüren sichern den Bunker. (Foto: Privat)

Dem Landkreis Vorpommern-Greifswald habe er die Immobilie als Asylbewerberheim angeboten. Dort sei er aber auf „taube Ohren gestoßen“, habe nicht mal eine Antwort erhalten, was ihn sehr enttäuscht habe. Auch mit einem Tierschutzverein habe es Gespräche gegeben. Die seien aber ebenfalls im Sande verlaufen.

1350 Euro Mieteinnahmen 

Bis zum 31. Dezember 2052 sind Flächen am Funkturm an eine Funkturmgesellschaft vermietet, eine Telekomtochter. Dadurch kämen monatlich 900 Euro rein. Die Monatsmiete für Technikräume betrage 450 Euro. Insgesamt nehme er derzeit 1350 Euro netto monatlich ein. Da sei gewaltig Luft nach oben. Er habe die Anlage damals wohl „etwas blauäugig“ gekauft, nicht gedacht, dass die schwer zu vermarkten ist.

Vom Bürogebäude führt ein Gang in den Bunker.
Vom Bürogebäude führt ein Gang in den Bunker. (Foto: Privat)

Auf Anzeigen bei verschiedenen Portalen hätten durchaus auch potenzielle Kunden aus der Prepperszene reagiert, also Menschen, die sich auf verschiedene Arten von Katastrophen vorbereiten. Solche Leute gebe es nämlich auch in der Uecker-Randow-Region, wenn auch seiner Einschätzung nach nicht viele. Er habe mit diesem Menschenschlag unterschiedliche Erfahrungen gemacht. „Manche sind Realisten“, andere würden eher krude Ansichten vertreten, eines hätten allen gemeinsam: „Im Falle des Falles wollen sie überleben.“ Handelseinig sei man sich bisher nicht geworden.

Alarmgesichert und überwacht

Dabei, davon sei er weiter überzeugt, sei der Bunker funktionstüchtig und weitab jeglicher Nachbarschaft ein durchaus interessantes Gebäude. Es biete Raum für alle möglichen Ideen. Nicht umsonst habe der lost Place vor Jahren Vandalen angezogen, die um sich schossen und 80 von 92 Fensterscheiben zerstörten. Das Problem habe er behoben, das Gelände sei alarmgesichert und werde überwacht. Der Vandalismus habe nur das Bürogebäude betroffen. Auf der Hochsicherheitsfläche könne nichts passieren.

Das kurz vor der Wende gebaute Objekt sei damals „penibel gewartet“ worden und bis heute gut in Schuss. Vom über Tage gelegenen Dienstgebäude gebe es einen Zugangstunnel, der ins Erdinnere führt. Ein Heizhaus und eine Trafostation gehören ebenfalls zu dem ehemaligen Grundnetzknoten der Deutschen Post.