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Seltene Tiere

Dieser Vorpommer startet mit Wasserbüffeln durch

Züsedom / Lesedauer: 3 min

Diese Rinder auf einer Weide in Vorpommern sind etwas ganz Besonderes:  Ein Landwirt im Nebenerwerb hält dort die seltenen Wasserbüffel. Das Fleisch will er im Hofladen verkaufen und Kremserfahrten zu den Tieren anbieten. 
Veröffentlicht:22.07.2023, 06:44

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Christopher Neumann muss nicht viel tun. Kaum angekommen auf der eingezäunten Weide zwischen Rollwitz und Züsedom, kommen ihm die Wasserbüffel gemächlich entgegen. Sieben Kühe und Bulle Alf grasen hier, drei weitere Kühe stehen auf dem Grundstück im Heimatort Züsedom. Im August will der 39–Jährige zwei Färsen zukaufen, auf maximal 20 Tiere soll die Herde anwachsen.

„Das sind total entspannte, ruhige und zugängliche Tiere“, sagt Christopher Neumann, der den Büffel und Schafhof Züsedom als Landwirtschaftsbetrieb im Nebenerwerb seit 2021 betreibt. Angefangen hat er mit sechs Hektar Grünland und der Haltung von Schafen. Vor etwa 15 Jahren habe er im Urlaub bei Freunden in Brandenburg an einer Wasserbüffel–Tour teilgenommen und sei von den Rindern begeistert gewesen. Wenn er die Chance habe, solche Tiere zu halten, hole er sie sich, habe er sich damals gesagt.

Christopher Neumann gefällt die ruhige und zugängliche Art der Wasserbüffel.
Christopher Neumann gefällt die ruhige und zugängliche Art der Wasserbüffel. (Foto: Fred Lucius)

Hauptberuflich schneidet er Bäume

„Mit der Zusage im Mai 2022, eine 34 Hektar große Ausgleichsfläche für den Bau von Windmühlen zwischen Rollwitz und Züsedom  zu pachten, ergab sich diese Möglichkeit“, sagt der Züsedomer, der auch noch einige Rinder der Rasse Uckermärker hält. Die Büffel, die er aus anderen Betrieben zugekauft hat,  würden nur das fressen, was auf der Weide wachse und was man selber als Futter herstelle. Anders als andere Tiere würden die Büffel fast alles auf der Weide fressen. Für Abkühlung auf dem Areal sorgt eine Wassersuhle. Einen Bio–Betrieb führe er nicht, vielmehr betreibe er Tierhaltung wie früher, sagt der 39–Jährige, der als „Baumschneider“ in der Firma Natur– und Baumservice Brüssow hauptberuflich tätig ist.

Unterstützt wird er von Ehefrau Claudia, die als Gesundheits– und Krankenpflegerin in der Pasewalker Asklepios–Klinik arbeitet, sowie von den Schwiegereltern, Eltern und Freunden. Die Eltern bewirtschaften ebenfalls einen Betrieb im Nebenerwerb. Über die Haltung und Aufzucht der Wasserbüffel habe er und seine Frau viel gelesen und sich mit anderen Haltern ausgetauscht.

Mit dem Kremser bietet der Landwirt im Nebenerwerb Büffel-Touren an.
Mit dem Kremser bietet der Landwirt im Nebenerwerb Büffel-Touren an. (Foto: ZVG)

Büffelfleisch und -wurst will er im Hofladfen verkaufen

„Nach zweieinhalb bis drei Jahren sind die Büffel schlachtreif. Das Fleisch ist spitze. Es ist fettarm und proteinreich und deshalb sehr gesund“, erklärt der Züsedomer. Vorgesehen sei, das Fleisch und die Wurst der Büffel und Schafe in einem eignen Hofladen an bestimmten Tagen zu verkaufen. Er habe jetzt schon Nachfragen gehabt. Und danach, wo und wie die exotischen Wasserbüffel gehalten werden. Deshalb bietet der Züsedomer an Sonntagen und nach Absprache Büffel–Touren mit dem Kremser an. Auch die Schafe, Walliser Schwarznasen und Heidschnucken könnten bei der etwa eineinhalbstündigen Tour besichtigt werden. „Wir wollen den Leuten Wasserbüffel einmal ganz aus der Nähe zeigen. Damit sie wissen, wo unser Fleisch herkommt“, sagt Christopfer Neumann.