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Großes Interesse an Jobs bei Birkenstock in Pasewalk

Pasewalk / Lesedauer: 4 min

Birkenstock baut im Rekordtempo sein Werk im Pasewalker Industriepark. Noch sind viele Stellen zu vergeben. Am Tag der offenen Tür gaben viele ihre Bewerbung ab.
Veröffentlicht:11.05.2023, 17:15

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Um kurz nach 10 Uhr ist das Bürgerbüro von Birkenstock am Neuen Markt 16 in Pasewalk rappelvoll. Die Büro-Mitarbeiterinnen Nicole Grulke und Beata Pawluk-Fröhlich haben alle Hände voll zu tun. Unterstützt werden sie an diesem Tag von Anna–Lena Krapp und David Baszak von den Birkenstock-Standorten Köln und Görlitz. Die vier informieren über Berufsfelder und Tätigkeiten bei dem Schuhhersteller, notieren Adressen und nennen Voraussetzungen für Jobs in dem Großunternehmen.

Das knapp 50 Quadratmeter große Bürgerbüro an diesem Standort in Pasewalks Innenstadt ist schon seit ein paar Tagen geöffnet, der Tag der offenen Tür ist der offizielle Start. Es soll Anlaufstelle für Jobsuchende aus der Region sein, um sich direkt vor Ort über das Werk und freie Stellen zu informieren – oder gleich zu bewerben. 

Ehemaliger Gießerei-Mechaniker hofft auf Birkenstock-Job

Letzteres hat Michael Laurich aus Ferdinandshof bereits getan, über das Online-Portal des Großunternehmens. Zur Sicherheit habe er aber auch noch eine schriftliche Bewerbung mitgebracht, sagt der 41-Jährige. Seinen ehemaligen Job als Gießerei-Mechaniker könne er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben. Deshalb habe er zum Kaufmann für Büromanagement umgeschult. Als solcher hoffe er auf einen Job bei Birkenstock. „Birkenstock ist ein interessanter Arbeitgeber. Der hält am Standort Deutschland fest. Das macht nicht jeder“, sagt Laurich. In Pasewalk werde ein neues Team aufgebaut, er hoffe, dabei zu sein.

„Kein Problem, am Fließband zu stehen“

Das wünscht sich auch eine 62–jährige Pasewalkerin, die ihren Namen nicht nennen möchte. Sie habe jahrelang in der Pflege gearbeitet und können diese schwere Arbeit nun nicht mehr ausüben. Vorstellen können sie sich eine Beschäftigung im Qualitätsmanagement bei Birkenstock. Dafür würde sie auch eine Weiterbildung absolvieren.

Vor dem Bürgerbüro am Neuen Markt hatte sich am Tag der offenen Tür eine Schlange gebildet.
Vor dem Bürgerbüro am Neuen Markt hatte sich am Tag der offenen Tür eine Schlange gebildet. (Foto: Fred Lucius)

Einen Job in der Produktion strebt hingegen Mario Klonz an. Seine Firma, die Eis in Prenzlau herstellt und bei der er 13 Jahre in der Produktion gearbeitet hat, werde schließen. „Ich habe kein Problem damit, wieder am Fließband zu stehen“, erklärt der 58-Jährige. Die Fahrstrecke von seinem Wohnort Göritz sei auch nicht weit. Akzeptieren würde er ebenso, eine mehrwöchige Einarbeitungszeit im sächsischen Birkenstock-Werk in Görlitz zu absolvieren. „Am Wochenende mache ich meine Bewerbungsunterlagen fertig.“

Auch interessant: Unternehmen will fast eine Milliarde Euro in Pasewalk investieren

„Wir sind froh über den regen Andrang. Es ist uns wichtig, eine enge Beziehung in der Region aufzubauen und in den direkten Austausch mit Jobinteressierten zu gehen“, sagt Birkenstock-Personalchef Monir Beji. Die Mitarbeiter hätten viele sehr spannende Gespräche mit potenziellen Bewerbern geführt. Deswegen gehe das Unternehmen davon aus, dass in den nächsten Tagen einiges an Arbeit auf das Team vor Ort zukommen werde. 

Beata Pawluk-Fröhlich (von links) und Nicole Grulke sind die Mitarbeiterinnen im Pasewalker Bürgerbüro. Am Tag der offenen Tür wurden sie unterstützt von David Baszak und Anna-Lena Krapp.
Beata Pawluk-Fröhlich (von links) und Nicole Grulke sind die Mitarbeiterinnen im Pasewalker Bürgerbüro. Am Tag der offenen Tür wurden sie unterstützt von David Baszak und Anna-Lena Krapp. (Foto: Fred Lucius)

Nachdem der Einstellungsprozess für die administrativen Bereiche des Werkes in Pasewalk bereits seit einigen Monaten erfolgreich laufe, hätten nun auch – parallel zum Tag der offenen Tür – die Ausschreibungen für den Produktionsbereich begonnen. Gesucht würden beispielsweise Angestellte für den technischen Bereich, Lageristen und Logistiker, aber auch im Kaufmännischen Bereich und auf Führungsebene sei das Werk in Pasewalk auf der Suche nach Mitarbeitern, so Monir Beji.

Größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte

Mark Jensen, Technischer Direktor des Unternehmens, fügt hinzu: „Das Werk in Pasewalk ist für uns ein absolutes Leuchtturm-Projekt und mit einem Gesamtvolumen von knapp 120 Millionen Euro die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens. Gleichzeitig wissen wir auch um die Bedeutung, die eine Industrieansiedlung dieser Dimension für die Menschen in der Region hat." 

Deswegen sei es für Birkenstock wichtig, von Anfang an eine gute und vertrauensvolle Beziehung zu den Bürgern aufzubauen. Das Bürgerbüro stehe jedem Interessierten offen. Man freue sich darauf, ein fester Bestandteil der Pasewalker Gemeinschaft zu werden.