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Krieg in der Urkaine

Hilfskonvoi bringt 87 Flüchtlinge mit nach Vorpommern

Torgelow / Lesedauer: 4 min

Ein Hilfstrupp aus Torgelow fuhr Spenden nach Warschau und brachte Flüchtlinge – 35 Kinder und 52 Erwachsene – mit. Erst einmal sind die Menschen in Torgelow und Plöwen untergekommen.
Veröffentlicht:13.03.2022, 15:29

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Insgesamt 87 ukrainische Flüchtlinge hat der Hilfskonvoi aus der polnischen Hauptstadt Warschau am Samstagabend in Uecker-Randow-Region gebracht, berichtete Falk Becker am Sonntag. Der Liepgartener Bürgermeister hatte eigentlich „nur“ eine Spendenaktion für die Ukraine ins Laufen gebracht – und am Ende gemeinsam dank vieler Helfer und Spender nicht nur Hilfsgüter sammeln und an die Hilfebedürftigen liefern, sondern dazu noch 35 Kinder und 52 Erwachsene nach Deutschland und damit in Sicherheit bringen können. 30 Ukrainer, darunter eine Mutter mit fünf Kindern zwischen drei und 13 Jahren, haben Aufnahme gefunden in der Jugendherberge in Torgelow. Die anderen Flüchtlinge sind in der Jugendbegegnungsstätte in Plöwen untergebracht worden.

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Großes Netzwerk hat mitgewirkt

Dass es den Neuankömmlingen an nichts mangelt, davon hat sich Becker überzeugen können, als er in der Torgelower Jugendherberge nach den Flüchtlingen geschaut hat. Ein Eindruck, den auch Heike Nitzke gewonnen hat, die Geschäftsführerin der Volkssolidarität Uecker-Randow. Was schon darauf hindeutet, dass die gesamte Aktion von vielen Helfern vorbereitet und zu einem guten Ende gebracht wurde. „Es war wirklich ein großes Netzwerk, das daran mitgewirkt hat“, sagte Heike Nitzke. Davon sei sie sehr angenehm überrascht worden. Schließlich waren wegen der Corona-Pandemie doch etliche Kontakte etwas eingeschlafen, konnten aber nun in der besonderen Situation ganz schnell wieder aktiviert werden.

So hatte der Ueckermünder Busunternehmer René Reichert einen Bus gestellt, von der Volkssolidarität kamen vier Transporter, die Gemeinnützige Werk und Wohnstätten gGmbH hat ebenfalls ein Fahrzeug gestellt. „Es haben auch ganz viele angerufen, die helfen wollten“, sagte Heike Nitzke. Unter anderem eine Ärztin, die etliche Care-Pakete mit Hygieneartikeln bereitgestellt hat, die von anderen Helfern gepackt worden sind.

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Polnische Helfer hatten alles bestens organisiert

13 Europaletten sowie zwei Transporterladungen vor allem mit medizinischen Gütern, Verbandsmaterial, Medizin, Windeln und Schnelltests konnten so auf die Reise in den Osten, nach Warschau, gebracht werden.

Gestartet ist der Hilfskonvoi am Freitag, am Abend war das Ziel erreicht, und die Spenden wurden schnell entladen. Am Sonnabend dann konnten die Flüchtlinge an Bord genommen werden, nachdem sie auf Corona hin getestet worden waren. Materialentladung und die Verteilung sowie die Aufnahme der Flüchtlinge, all das sei gut organisiert worden von den polnischen Helfern, lobte Falk Becker. Auch die Betreuung der Flüchtlinge durch zwei mitgereiste Ärztinnen habe super funktioniert. Ebenso wie die Verständigung, die dank mehrerer Dolmetscher in der Helfertruppe problemlos gewesen ist.

Wie groß das Netzwerk ist, das für die Hilfsaktion eingebunden worden ist, lässt sich nicht so genau sagen. „Es waren unter anderem die Service Clubs Rotary und Round Table, es waren etliche private Spender, es war das Ukranenland, dessen Mitarbeiter die Aufnahme und Betreuung der Flüchtlinge in die Hand genommen haben und sich aufmerksam kümmern, das DRK und noch viele andere“, sagte Heike Nitzke.

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„Es sind sehr bescheidene, zurückhaltende Menschen“

Die Flüchtlinge haben sich sehr dankbar über die Aufnahme gezeigt, sagten die VS-Geschäftsführerin und der Liepgartener Bürgermeister unisono. „Es sind sehr bescheidene, zurückhaltende Menschen.“ Die meisten haben sich in der Torgelower Jugendherberge erst einmal von den Strapazen der Flucht erholen müssen. Sie haben auf ihrem Weg aus der Ukraine nur das Allernotwendigste dabei – manche nur kleine Taschen. Die Flüchtlinge werden betreut, so gut es geht, unter anderem von einer Pflegerin, die aus der Ukraine stammt und deren Familie dort noch lebt, sagte Heike Nitzke.

Einige Flüchtlinge sind nach dem Ausruhen schon weitergereist – zu Verwandten, die in Deutschland leben, beispielsweise nach Hannover und nach Kassel. Die anderen, falls sie länger bleiben wollen, sollen in den kommenden Tagen in Wohnungen untergebracht werden, die der Landkreis organisiert hat – so jedenfalls sein Wissensstand, sagte Falk Becker. Und der Liepgartener Bürgermeister ist sich sicher, dass die Hilfe für Flüchtlinge aus der Ukraine weitergehen muss, dass auch künftig jede Hilfe benötigt wird, um den Menschen aus diesem Land zu helfen.

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