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Müllsünder

Überall illegaler Müll - Landkreis bezahlt 60.000 Euro für Entsorgung

Vorpommern / Lesedauer: 2 min

Trotz mehrerer Wertstoffhöfe und vieler Container: Im vergangenen Jahr hat der Landkreis Vorpommern–Greifswald 700 Fälle illegaler Müllentsorgungen registriert. 
Veröffentlicht:07.06.2023, 05:45

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Ob Sperrmüll, Bauschutt oder Schadstoffe: In Straßengräben, Wäldern oder an Containerplätzen in Vorpommern–Greifswald wird immer wieder illegal Müll entsorgt. „Eine genaue Anzahl aller gemeldeten illegalen Abfallablagerungen lässt sich nicht benennen. Schätzungsweise handelte es sich im vergangenen Jahr 2022 um etwa 700 Fälle“, sagt Kreissprecher Florian Stahlkopf. Es seien häufig kleinere Ablagerungen wie einzelne Gegenstände. Besonders oft würden illegale Müllentsorgungen an den Standorten der öffentlichen Papier– und Glascontainer sowie außerhalb der Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe vor deren Toren erfolgen. Zuletzt war eine Müllentsorgung in der Dargitzer Straße in Pasewalk bekannt geworden.

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Die Gesamtkosten für die Beseitigung illegalen Mülls durch den Landkreis — etwa an Behälterstandplätzen, vor den Wertstoffhöfen, in privaten Waldgebieten und an anderen Plätzen — seien im vergangenen Jahr auf rund 60.000 Euro zurückgegangen, so der Kreissprecher. In dieser Summe seien die Kosten von Privatpersonen und anderen Institutionen für die Beseitigung von illegalem Unrat auf eigenen Grundstücken nicht enthalten. „Grundsätzlich ist für die Beseitigung einer illegalen Abfallablagerung jeweils sowohl der Verursacher als auch der Eigentümer des betroffenen Grundstücks verpflichtet. Eine Ausnahme bilden hier private Waldgebiete“, erklärt Stahlkopf.

Vereinfachte Sperrmüll–Abgabe

Am meisten Geld gibt der Landkreis bei der Beseitigung von illegal entsorgtem Sperrmüll aus, dieser Posten macht 51 Prozent aus. Deshalb sei mit der Änderung der Abfallwirtschaftssatzung zum Jahresbeginn 2023 die Annahme von Sperrmüll auf den Wertstoffhöfen des Landkreises vereinfacht worden. Die Annahme erfolge nun in haushaltsüblichen Mengen bis zu fünf Kubikmeter pro Anliefertag kostenfrei ohne vorherige Bescheinigung des Landkreises. Nach Sperrmüll folge bei den illegal entsorgten Abfallarten gemischter Bauabfall (14 Prozent), Restmüll und Dachpappe (jeweils zehn Prozent). Schadstoffe, Bauschutt und Reifen würden jeweils vier Prozent ausmachen, Asbest zwei Prozent.

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