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Meinung

In was für einem Land möchte ich leben?

Hetzdorf / Lesedauer: 2 min

Die Demonstrationen in den vergangenen Monaten haben Pastorin Dorothea Büschek nachdenklich gemacht. Sie hat für sich die Frage beantwortet, in welchem Land sie leben möchte.
Veröffentlicht:11.02.2024, 07:00

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Wie geht es Ihnen? Und wie geht es Ihnen mit den Demonstrationen im Land? Es wird protestiert und blockiert und demonstriert. Es geht um Achtungszeichen und Hilferufe. Sie wollen unsere Aufmerksamkeit und bekommen hoffentlich die Aufmerksamkeit der Verantwortlichen! Dieses Recht zu demonstrieren und zu protestieren ist in unserem Land geschützt. Und das ist gut so!

Wie würden Krankenhäuser ohne Fremde aussehen?

Vielleicht bewegt auch Sie darum in diesen Tagen die Frage: In was für einem Land möchte ich eigentlich leben? In einem Land, das sich abschottet und raus will aus der Europäischen Gemeinschaft, wieder mit eigener Währung? Was das für unsere Wirtschaft bedeuten würde, mag ich mir gar nicht ausmalen! In einem Land, in dem Fremde verdächtig sind, weil sie uns fremd sind? Wie würden unsere Innenstädte und Krankenhäuser aussehen, wenn es die „Fremden“ nicht gäbe? In was für einem Land möchte ich leben?

Hammerharte Orientierung in der Bibel

In der Bibel gibt es eine Orientierung, aber die ist hammerhart: Alles, was die Leute dir tun sollen, das tue du ihnen! Klingt einfach? Aber oft ist das Einfache gar nicht so einfach. Denn es heißt nicht: wie du mir, so ich dir! Sondern ich tue, was ich von anderen erwarte: Ich möchte ernst genommen werden. Also nehme ich auch dich ernst. Ich möchte nicht niedergebrüllt werden, also brülle ich auch niemand anderen nieder! Ich möchte, dass mir geholfen wird, also helfe ich, und zwar dem, der meine Hilfe braucht, nicht nur dem, von dem ich dann mal Hilfe erwarten kann. Ich bleibe bei der Wahrheit und stehe zu meiner Verantwortung – denn das erwarte ich auch von euch anderen. Ich will Sicherheit und Geborgenheit – wem kann ich sie schenken? Ich möchte geachtet werden, also achte ich auch dich.

"Prüft alles - und wählt das Gute!"

Das klingt alles recht einfach, ist es aber nicht. Denn ich re-agiere nicht, sondern ich agiere! Und das, ohne zu wissen, wie die Re-aktion des Gegenübers sein wird. Gar nicht so einfach, oder? Aber es lohnt sich: Denn in so einem Land möchte ich leben in Frieden und Sicherheit, in dem wir einander mit Respekt und Achtung begegnen, in dem jede und jeder sich auch einbringt für eine menschliche Gesellschaft …. Darum: Prüft alles - und wählt das Gute!  

Es grüßt Sie eine nachdenkliche Pastorin Dorothea Büscheck, Kirchengemeinde Hetzdorf