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Neurologie

Pasewalker Chefarzt warnt - Epilepsie verändert Leben

Pasewalk / Lesedauer: 2 min

Wenn der Opa plötzlich schmatzt oder mit den Händen nestelt, kann das ein epileptischer Anfall sein. Das ist dann zu tun.
Veröffentlicht:11.02.2024, 07:07

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Am Europäischen Tag der Epilepsie, dem 12. Februar, stellt Hans-Michael Schmitt, Chefarzt in der Asklepios-Klinik in Pasewalk, diese neurologische Erkrankung in den Fokus. Sein Ziel ist, das Bewusstsein zu schärfen und auf Bedürfnisse der Betroffenen aufmerksam zu machen. Etwa jeder 20. Mensch erleidet einmal im Leben einen epileptischen Anfall, ohne aber zwangsläufig eine Epilepsie zu entwickeln, sagt der Arzt. In der Regel lasse sich eine Epilepsie gut mit Medikamenten behandeln. 

Epilepsie im Alter leicht zu übersehen

Schwere epileptische Anfälle seien bei Älteren oft und mit erhöhter Sterblichkeit vergesellschaftet. „Trotzdem wird die Erkrankung häufig übersehen oder spät erkannt", sagt der Neurologe. Stürze, Orientierungsstörungen, Innehalten oder Verwirrtheit würden fälschlich als Folge des Alterns angesehen. Auch nestelnde Hände, Schmatzen, das Wiederholen einzelner Wörter oder unkontrollierte Handlungen könnten Hinweise sein. Typisch sei, dass die Betroffenen während dieser Handlungen nicht auf Ansprache reagieren und sich im Anschluss nicht daran erinnern können.

Eine unerkannte Epilepsie könne schlimme Folgen haben: Wenn sich beispielsweise hinter dem Steuer eines Fahrzeugs ein Anfall ereignet oder durch Stürze schwere Verletzungen drohen. Natürlich verändere eine solche Diagnose das Leben. Medikamente müssten regelmäßig eingenommen werden, man brauche einen regelmäßigen Biorhythmus und müsse Schlafentzug und Alkoholkonsum vermeiden. Außerdem schränke es die Mobilität ein, wenn man kein Auto mehr fahren darf. 

Beängstigend für Angehörige

Generell seien Epilepsien auch im höheren Lebensalter sehr gut behandelbar. Die Mehrzahl der Patienten werde anfallsfrei. Angehörige oder Laien erlebten epileptische Anfälle meistens als eindrucksvolle und teils beängstigende Ereignisse. Wichtig sei, Ruhe zu bewahren und den Betroffenen in Sicherheit zu bringen, die Bewegungen nicht zu unterdrücken, wenn möglich, den Betroffenen in stabile Seitenlage zu bringen und bei längeren Anfällen einen Notarzt zu alarmieren. 

Denn, das betont Hans-Michael Schmitt: „Je schneller die Diagnose gestellt wird, desto schneller kann eine effektive Behandlung mit möglichst geringer Beeinträchtigung des täglichen Lebens beginnen.“