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Naturmedizin

Kleine Sensation - Seltener und teurer Heilpilz bei Sandförde entdeckt

Sandförde / Lesedauer: 2 min

Eigentlich wächst der Chaga weiter nördlich, in Sibirien. Aber im Klima Südvorpommerns fühlt sich der Pilz offenbar auch wohl. Ihm werden sagenhafte Fähigkeiten zugeschrieben.
Veröffentlicht:02.12.2023, 06:00

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Eine kleine Natur-Sensation haben Pilzsammler jetzt bei Sandförde entdeckt: den überaus seltenen wie teuren Heilpilz Chaga, dem unter anderem heilende Wirkung gegen Lebererkrankungen, Diabetes und Krebs nachgesagt wird.

Das Ganze kam so: Der Verein namens Sandfoerderschlauchturm hatte den Brandenburger Mirko Skolossa für eine Pilzwanderung gewonnen. Trotz Kälte und Schnee führte der Kaufmann für Naturkost, Lebensmitteltechnologe und Hobby-Gärtner eine Gruppe Naturliebhaber durch einen Wald bei Sandförde. 

Verwendung in traditioneller chinesischer Medizin

„Dabei stießen die Pilzfreunde unter anderem auf einen der teuersten und seltensten Vitalpilze, den Chaga“, teilte Vereinsvorsitzende Sabine Hanusch mit. Dieser Ausnahmefund habe vor allem jene begeistert, die bereits mit der traditionellen chinesischen Medizin und dem Sammeln von Speisepilzen vertraut waren.

Die Teilnehmer hätten gelernt, Vitalpilze zu bestimmen und sie als „Bestandteil einer persönlichen Gesundheitspflege zu schätzen“. „Die Veranstaltung mit anschließender Tee- und Schnaps-Verkostung ging über das reine Sammeln von Pilzen hinaus“, erklärte Sabine Hanusch. „Sie stärkte das Bewusstsein für die reiche Vielfalt der Natur in der Uecker-Randow-Region und schuf eine Verbindung zwischen der chinesischen Medizin und dem Wissen unserer Vorfahren.“ Es sei ein „unvergessliches Herbst-Winter-Abenteuer“ gewesen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt habe man „die Geheimnisse des Waldes“ erkundet. Eine weitere Zusammenarbeit mit Mirko Skolossa und seiner Frau Sandra sei geplant.

Wirkung umstritten

Nach Auskunft des Umwelt-Magazins Utopia ist die Wirkung des Chaga umstritten. „Der Pilz stammt aus den Wäldern nahe des nördlichen Wendekreises und gilt als Heilpilz. Der Volksmedizin in Finnland oder Sibirien zufolge kann ein Tee aus Chaga-Pilz Magen-Darm-Beschwerden lindern oder das Immunsystem stärken.“ Das gelte aber, wenn überhaupt, nur für solche Exemplare, die an Birkenstämmen wachsen und denen ihren heilenden Saft entziehen.

Tests seien bisher nur im Labor oder an Tieren durchgeführt worden. Dabei habe sich der Pilz unter anderem als wirksam gegen Bakterien und Viren, Entzündungen der  Bauchspeicheldrüse und des Magen-Darm-Trakts erwiesen. Sogar die geistige Leistungsfähigkeit solle Chaga stärken und überdies Schmerzen lindern. Es gebe keine Vergleichsstudien, die diese Testergebnisse untermauern. Wer den Pilz als Tee oder in andere Form konsumieren möchte, solle sich auf jeden Fall zuvor fachkundig beraten lassen.