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Bürgermeisterwahl

Diese Strasburger Orte liegen Bewerber Kowalski besonders am Herzen

Strasburg / Lesedauer: 4 min

In Strasburg steht die Bürgermeisterwahl an. Wir wollten von den vier Kandidaten wissen, welche fünf Orte ihnen in Strasburg besonders wichtig sind und warum. Heute: Klemens Kowalksi (44 Jahre/Einzelkandidat)
Veröffentlicht:12.04.2023, 05:47

Von:
  • Fred Lucius
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Die Reihenfolge ist Klemens Kowalski eigentlich egal. Aber zu den fünf wichtigsten Orten in Strasburg zählt für den Bewerber um das Bürgermeister–Amt auf jeden Fall der Standort des Kulturhauses. „Als ich die Information bekam, dass es abgebrannt ist, war das ein Schock. An dem Haus hängen für mich viele Erinnerungen. Hier habe ich Abiball gefeiert, die Tanzschule absolviert, Musikunterricht am Keyboard bekommen und mein erstes Musikkonzert erlebt. Das Haus war ein Mittelpunkt für uns“, sagt der 44–Jährige. Umso wichtiger sei es, das Kulturhaus wieder aufzubauen, damit auch andere wieder schöne Erinnerungen damit verbinden werden.

Vorstellen könne er sich ein Lesecafé in dem Objekt. Vor allem aber müsse es eine Selbstverpflichtung der Strasburger sein, das Haus mit Leben zu erfüllen. Wie es genutzt werden könne, auch für Einnahmen, darüber müssten sich die Politik und die Vereine Gedanken machen.

„Beide Schulen müssen erhalten belieben“

Vom Kulturhaus–Standort führt der Weg von Klemens Kowalski zur Strasburger Regionalen Schule. Die hat er einst bis zur sechsten Klasse besucht. „Der Bildungsstandort ist für Strasburg essenziell. Sonst gibt es für Familien keinen Grund, sich hier niederzulassen. Deshalb müssen beide Schulen erhalten bleiben“, meint Klemens Kowalski, der im Informatik–Bereich der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung tätig ist. Eine leer stehende Regionale Schule als Ruine dürfe man nicht zulassen. Eine Sanierung müsse nicht in großem Stil erfolgen, man müsse mutig sein, aber dabei nicht in „Dimensionen der Elbphilharmonie“ denken. Auch kleine Sachen könnten schön und zweckdienlich sein. 

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Im Zusammenhang mit dem Erhalt müsse man auch über den Lehrermangel sprechen, den es zu beheben gelte. „Wenn eine Französisch–Lehrerin nicht vor Ort ist, muss man andere Wege gehen. Man kann so eine Lehrerin auch für zehn Unterrichtstunden in der Woche zuschalten. Unterricht in virtuellen Räumen funktioniert“, ist sich Kowalski sicher. Ansprechen sollte man auch andere Schulen, um zu erfahren, wie die diese und ähnliche Probleme meistern.

Als Kind auf dem Stadtsee Poloboot gefahren

Als dritte Station steuert der 44–Jährige den Strasburger Stadtsee an. Auch mit diesem verbinde er viele und schöne Erinnerungen. „Hier bin ich früher oft Poloboot gefahren. Der Strand war im Sommer immer voll, selbst bei schlechtem Wetter. Schade, dass das nicht mehr passiert.“ Aus seiner Sicht wäre der Ausbau des Strandbereiches sinnvoll, um das Gewässer als Ausflugsziel für Einheimische und Gäste wieder attraktiv zu machen oder um hier Seefeste feiern zu können. Einbeziehen sollte man dafür Vereine wie den Angelverein und die anliegende Gartensparte. Fachwisse könne man hinzuziehen, um das Problem des Pflanzenbewuchses in den Griff zu bekommen. 

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Wichtig seien ihm auch die die vielen Strasburger Ortsteile, betont Kowalski. Als Jugendlicher habe er sich von seinem ersten Lehrlingsgeld ein Fahrrad gekauft und sei die Ortsteile abgefahren. „Das kann ich nur jedem empfehlen. In den Ortsteilen gibt es immer etwas zu entdecken. Und man muss sich auch um sie kümmern“, meint der gebürtige Prenzlauer.  

Klemens Kowalski spricht sich für den Erhalt der beiden Schule aus. Dass die Regionale Schule (im Hintergrund) einmal eine Ruine wird, dürfe man nicht zulassen. (Foto: Fred Lucius)

„Gärten als Naherlolung auch Auswärtigen anbieten“

Zu guter Letzt nennt Kowalski noch die vielen Gärten in der Stadt, die wichtig seien. „Meine Eltern hatten sogar zwei. Wir sind dort Fahrrad gefahren, haben gezeltet und ein Schwimmbassin aufgebaut. Es war für uns der einzige Ort, wo wir eine Katze halten konnten.“ Diese Orte der Naherholung müsse man, zumal bei Leerstand von Gärten, als Angebote auch Auswärtigen wie beispielsweise Berlinern unterbreiten. Das Bundeskleingartengesetz sehe zwar ein paar Vorschriften vor. Da müsse geprüft werden, wie und ob man Ausnahmen finden könne. „Wenn man diesen Leuten dann noch über kleine Geschäftsideen Vorschläge unterbreitet, etwa, dass sich jemand um das Rasenmähen kümmert, kann das funktionieren“, ist sich der 44–Jährige sicher. Mit den Kleingärtnern hole man sich dann Leute in die Stadt, die sich womöglich dann auch eine Wohnung in Strasburg nehmen oder ganz hier herziehen. 

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