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Meinung

"Kulturstadt ohne Kino und Museum?"

Pasewalk / Lesedauer: 2 min

Angesichts der aktuellen Diskussionen um die Zukunft des Pasewalker Museums hat sich Gerda Striecker Gedanken gemacht. Sie fühlt sich an DDR-Zeiten erinnert.
Veröffentlicht:07.02.2024, 06:05

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Kürassierstadt, Ostseewellenstadt, Kulturstadt, Wirtschaftsstadt? Kürassierstadt weiß nur der Autofahrer, wenn er über die Autobahn 20 kommt, außer wenn er ins Museum geht. Ostseewellen sucht er vergebens. Auch das Wasser ist über den Schilfgürtel kaum zu erkennen. Kulturstadt ohne Kino und eventuell ohne Museum.

Ein Museum ist keine Einnahmequelle. Diese Stätte hält die Geschichte und Kultur der Heimat bereit. Nicht jeder Pasewalker geht zehn Mal im Jahr ins Museum und zahlt den Eintritt. Aber Schüler aus unseren Schulen übernehmen Ausstellungen, Kindergartenkinder werden zu besonderen Anlässen und zu Höhepunkten eingeladen und werden kindgerecht umsorgt.

"In jeder Ecke Besonderes"

Der lebende Adventskalender im Dezember ist ein fester Bestandteil und gehört zu Weihnachten wie die Krippe unter den Tannenbaum. Alle Räumlichkeiten, Treppen und jede Ecke sind mit Besonderem gefüllt. Auch das gehört zur Kultur. Ausstellungen und Lesungen müssen geplant werden.

Beim Lesen der Artikel ist mir meine Vergangenheit zu DDR-Zeiten in Erinnerung gekommen. Weil ich als Leitungskader bei der Deutschen Reichsbahn nicht in die SED eintreten wollte und den Weg als Parteifreundin der NDPD dort mein Zuhause suchte, wurde es höchste Zeit, abzuhauen.

"Wäre gern Aufsicht am Bahnhof geblieben"

Ich verließ die Arbeitsstätte nach 26 Jahren, die ich als Berufsziel ausgewählt hatte, nicht nur mit einem weinenden Auge. Den Pasewalker Bahnhof mochte ich sehr, wäre gerne als Aufsicht dort geblieben. Alle vier Plätze waren besetzt. Ich gehörte zu den 1500 Eisenbahnern und ging meinen Weg, den ich gerne dort beendet hätte.

Den Bau des Güterbahnhofs habe ich mit Freuden verfolgt. Es wurde meine Arbeitsstätte. Den Abriss zu verfolgen, hatte ich mir erspart. Wenn ich ehemalige Kollegen treffe, das sind sehr viele, kommen auch schöne Erinnerungen hoch. Wo sind die echten Markenzeichen unserer ehemaligen Kreisstadt?

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