Feuerwehr

Neues Löschfahrzeug soll 30 Jahre Dienst in Pasewalk tun

Pasewalk / Lesedauer: 3 min

475.000 Euro hat das TLF gekostet, mit dem die Pasewalker Feuerwehrleute neuerdings Einsätze leisten. Darüber, wie lange es halten muss, war man sich bei der feierlichen Schlüssel-Übergabe nicht ganz einig.
Veröffentlicht:17.09.2023, 18:01

Von:
  • Susanne Böhm
Artikel teilen:

Pasewalk Feuerwehrleute brausen jetzt mit einem nagelneuen Tanklöschfahrzeug zu den Einsätzen. Der Schlüssel für das TLF 4000 wurde am Wochenende beim Tag der offenen Tür übergeben.

Mit 475.000 Euro schlägt das gute Stück zu Buche, finanziert von Stadt, Land und Landkreis. Es löst das 29 Jahre alte TLF 24 ab, welches zunehmend Reparaturkosten verursacht hatte. Außerdem stellen Klimawandel und Trockenheit inzwischen andere Anforderungen an Fahrzeuge und Technik, sagte Wehrführer Marco Freuer.

Litauer wollen altes Fahrzeug kaufen

Das alte Fahrzeug, an dem viele Erinnerungen hängen, werde über Ebay–Kleinanzeigen verkauft. 34.000 Euro koste es. Aus Litauen liege ein Angebot vor. Dorthin werde es dann wohl auch verkauft, wenn die Stadtvertreter zustimmen. Es solle dort weiter als Löschfahrzeug eingesetzt werden. In Pasewalk und Umgebung habe es 1516 Einsätze geleistet.

Seit 2019 sei an der Beschaffung des neuen Fahrzeugs gearbeitet worden. 2021 seien der Förderbescheid eingetroffen und das erste Gespräch mit dem Aufbauhersteller in Ulm (Baden–Württemberg) geführt worden. „Zu diesem Zeitpunkt wurden noch 14 Monate Lieferzeit zugesichert. Nach 21 Monaten Bauzeit konnte das neue TLF im Juli endlich nach Pasewalk überführt werden.“ Dies sei ein „historischer Tag“ und das Löschfahrzeug „ein Prunkstück“.

Fuhrpark wird weiter aufgerüstet

„Allein schon die Optik macht ganz schön was her“, fand auch Bürgermeister Danny Rodewald (parteilos). Er wünschte den Kameraden „für die nächsten 30 Jahre viel Spaß an der modernen Technik und stets gesunde Rückkehr“. In den kommenden Jahren seien zwei andere Fahrzeugtypen zu beschaffen, die mit Sicherheit auch ziemlich teuer würden.

Vize–Landrat Dietger Wille (CDU) bezeichnete die Pasewalker als „herausragende Feuerwehr“ und „schlagkräftige Truppe“. Das liege an den Kameraden und der Wehrführung. „Die Feuerwehr hat sich wie ganz Pasewalk gut entwickelt, auch finanziell.“ Die ehrenamtlichen Kameraden würden „massiv Freizeit opfern, um einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten“. „Das kann man nicht hoch genug anrechnen.“ 30 Jahre alt müsse das Löschfahrzeug seiner Ansicht nach nicht werden. Schließlich sei die Feuerwehr „die Armee des Bürgermeisters“ und müsse immer bestens ausgestattet sein.

Als Nächstes benötigt die Feuerwehr laut Marco Freuer einen neuen Rüstwagen und ein Hilfeleistungslöschfahrzeug. Beides sei in Arbeit.

75 Kameraden sind derzeit für die Sicherheit der Pasewalker aktiv. 25 Kinder und Jugendliche bereiten sich auf ihre aktive Zeit vor. Glücklicherweise werde es zunehmend leichter, junge Leute für die Feuerwehrarbeit zu begeistern. Allerdings sei bei der Jugendwehr derzeit Aufnahmestopp, weil nicht mehr Jugendwehrführer und Betreuer zur Verfügung stehen. Erwachsene Neuzugänge seien aber durchaus willkommen.