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Gesundheitswesen

Notaufnahme im Krankenhaus am Wochenende eingeschränkt

Pasewalk / Lesedauer: 3 min

Die Region rund um Pasewalk bangt um die gesundheitliche Versorgung. Schuld sind massive Probleme im Asklepios Krankenhaus. Das wird wohl erst mal so bleiben.
Veröffentlicht:30.11.2023, 17:32

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Am kommenden Dienstag soll der OP-Betrieb im Pasewalker Krankenhaus wieder anlaufen. Das teilte Asklepios-Sprecher Mathias Eberenz am Donnerstag auf Nachfrage des Nordkurier mit. 

„Die Kolleginnen und Kollegen in der Klinik in Pasewalk arbeiten weiter mit Hochdruck daran, die Versorgung in Pasewalk wieder auf das normale Niveau zu bringen“, sagte Eberenz. Aktuell gehe man davon aus, dass die Klinik am Dienstag den regulären OP-Betrieb wieder aufnehmen kann. Gleiches gelte für die Teilnahme an der Notfallversorgung, so Eberenz.

Notaufnahme für Notfälle abgemeldet

Bis einschließlich Montag laufe der Betrieb allerdings noch eingeschränkt. „Die Notaufnahme bleibt bis zum Wochenbeginn bei der Rettungsleitstelle für chirurgische Notfälle abgemeldet.“ Das OP-Besteck sei nämlich gar nicht verschollen, sondern lediglich nicht einsetzbar. Alles werde nun noch mal gesichtet, gezählt, sortiert, sterilisiert und verpackt.

„Es ist ein kompletter Reset. Alle Prozesse werden nochmals gründlich analysiert und, wo nötig, überarbeitet und angepasst, damit die Sterilgutversorgung ab kommender Woche wieder optimal und mit bestmöglicher Sicherheit für unsere Patienten funktioniert“, sagte Mathias Eberenz. Auf nähere Interna wolle er nicht eingehen.

Politiker wachen auf

Die Hiobsbotschaften der vergangenen Tage aus der Klinik in Pasewalk wecken derweil immer mehr Politiker auf. Nach SPD, CDU und AfD meldeten sich am Donnerstag auf Nachfrage auch FDP und Linke zu Wort.

„Bei der Klinik in Pasewalk handelt es sich um eines der bedarfsnotwendigen Krankenhäuser im ländlichen Raum. Das sehen nicht nur wir so, das hat auch der Gemeinsame Bundesausschuss bestätigt“, sagte Barbara Becker-Hornickel, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion. „Es handelt sich um einen der Krankenhausstandorte, den wir erhalten müssen, um eine wohnortnahe Krankenhausversorgung sicherzustellen.“

Ereignisse detailliert aufarbeiten

Ihre Fraktion erwarte, dass sich Klinik und Land „umgehend abstimmen und die Lage fürs Erste stabilisieren“. „Da geht es unter anderem um die Sicherstellung der Sterilisation des OP-Bestecks und um Fragen des Personal-Managements. Im zweiten Schritt können die Ereignisse der vergangenen Wochen detailliert aufgearbeitet und ein dezidierter Plan für die Zukunft entwickelt werden, der den Krankenhausstandort Pasewalk sichert.“

Die ärztliche Versorgung, insbesondere die Notfallversorgung, müsse „in allen Landesteilen zu allen Zeiten gegeben sein“. „Es kann nicht sein, dass wir weiße Flecken zulassen. Insofern erwarten wir schnellstmöglich Aufklärung seitens des zuständigen Sozialministeriums. Im Notfall müssen aufsichtsrechtliche Maßnahmen in Betracht gezogen werden.“

„Krankenhausleitung muss Lösung finden“

Jeannine Rösler, Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag, findet es „unfassbar, mit welchen Managementproblemen einer der bundesweit größten Krankenhauskonzerne aktuell zu kämpfen hat. Fest steht, der Konzern hat einen Versorgungsauftrag angenommen und erfüllt diesen seit mehreren Wochen nicht. Die Krankenhausleitung muss umgehend Lösungen finden, um die medizinische Notversorgung sicherzustellen und den Normalbetrieb so schnell wie möglich wieder aufnehmen zu können." 

Inzwischen haben sich weitere Insider an die Öffentlichkeit gewandt, dieses Mal aus Hamburg, wo die Pasewalker OP-Instrumente gereinigt und sterilisiert werden sollen. Demnach gibt es auch dort personelle Probleme. Von der Sterilisationsabteilung in Hamburg-Altona seien aktuell von 22 Beschäftigten nur noch 15 da, der Rest sei krank, hieß es. Hamburg habe aber nichts mit der Situation in Pasewalk zu tun, versicherte Mathias Eberenz.  

Seitdem in Pasewalk alle Mitarbeiter der Sterilgutversorgung zunächst erkrankten und ihnen später nach Nordkurier-Informationen gekündigt wurde, soll das OP-Besteck in Hamburg zur Wiederverwendung aufbereitet werden. Dabei gibt es aber massive Startschwierigkeiten. Seit Freitag finden in drei der vier operativen Abteilungen keine OPs mehr statt. Auch die Notaufnahme muss Patienten abweisen.