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Hundesport

▶ So werden Hunde und Menschen zu Dream-Teams

Pasewalk / Lesedauer: 3 min

Mehr als 100 Hunde, vom Dackel bis zum Königspudel, fegten beim Agility-Turnier bei Pasewalk durch den Parcours. Dabei kam es vor allem auf zwei Dinge an.
Veröffentlicht:04.07.2022, 17:00

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Mit wehenden Schlappohren sprang Nele über Hürden, vor Begeisterung kläffend schlängelte sie sich durch den Slalom, geschickt kroch sie durch einen Tunnel, und ohne zu zögern rannte sie über eine Brücke. Der Riesenschnauzer aus Pepelow bei Rostock und sein Frauchen Dagmar Tyc-Herold traten am Wochenende zusammen mit 105 weiteren Paaren beim Agility-Turnier der Randower Running Dogs in Stiftshof bei Pasewalk an.

Beide wirkten glücklich, nachdem sie unter Applaus den Parcours verlassen hatten. „Das hat sie super-gut gemacht“, lobte Dagmar Tyc-Herold die Vierjährige. Warum die Hündin bei Wettkämpfen unentwegt bellt, weiß ihre Besitzerin nicht so genau. „Keine Ahnung, was sie mir sagen möchte.“ Ansonsten verstehen sich beide blind. Das sei einer von vielen positiven Effekten des Hundesports. „Das fördert den Gehorsam. Sie tut alles, um mir zu gefallen, und ich tue alles, um ihr zu gefallen. Sie wird gefordert und ausgelastet – und das Wichtigste ist, dass man miteinander Spaß hat.“ Das sieht auch Vereinsvorsitzender Marc Waterstraat so, der zusammen mit vielen Helfern nach zweijähriger Coronapause das siebte Turnier in dem Dorf bei Pasewalk organisiert hatte. Die Hunde entwickeln genauso viel Freude und Ehrgeiz wie die Menschen.

„Bei den Hunden entsteht ein Hochgefühl”

„Durch den Sport entsteht ein großer Zusammenhalt zwischen Hund und Besitzer. Es entsteht eine tolle Bindung. Dadurch, dass sie täglich gemeinsam arbeiten, werden sie ein super-gutes Team. Wenn die Hunde über die Geräte dürfen, dabei unentwegt Leckerlies bekommen und in einer Tour gelobt werden, entsteht bei ihnen ein Hochgefühl. Mehr geht nicht“, beschreibt der Vereinschef, der hauptberuflich einen Friseursalon für Hunde in Pasewalk betreibt.

Jeder Hund könne Agility betreiben – „ob alt oder jung, groß oder klein, dick oder dünn“. Die Hindernisse könnten entsprechend angepasst werden. Bei dem dreitägigen Turnier in Stiftshof waren vom Dackel bis zum Königspudel viele Rassen und auch Mischlinge aus Deutschland und Polen vertreten. „Bunt gemischt, nicht nur der klassische Border Collie“, sagte Christiane Waterstraat, die die Jugendarbeit im Verein übernimmt.

164 Preise und Pokale vergeben

Seit neun Jahren trainieren Hunde und Menschen aus Pasewalk und Umgebung unter Regie des Vereins. Ihre Zahl stieg in den vergangenen Jahren auf 34 Mitglieder. Sieben von ihnen nehmen regelmäßig an Turnieren teil, die anderen beschränken sich aufs Training.

Bei dem Agility-Turnier mit Landesmeisterschaft des Schutz- und Gebrauchshundesportverbands MV wurden 164 Preise und Pokale vergeben. Viele der Teilnehmer aus M-V, Bayern, Brandenburg, Berlin, Sachsen und Polen waren mit Wohnwagen oder Zelten angereist und übernachteten auf dem Platz. Für Verpflegung sorgte die Gaststätte Ratzi aus Pasewalk. Voraussichtlich im Spätsommer wird der Verein das nächste Mal Gäste einladen. Dann ist ein Seminar geplant.

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