StartseiteRegionalPasewalkWann legt Huberpflug denn nun endlich in Pasewalk los?

Wirtschaft

Wann legt Huberpflug denn nun endlich in Pasewalk los?

Pasewalk / Lesedauer: 3 min

Nach der Grundsteinlegung im September 2021 und dem Hallen-Bau ist es in Pasewalk ruhig geworden um das Unternehmen aus Österreich. Grund zur Sorge?
Veröffentlicht:13.02.2024, 06:00

Artikel teilen:

Es klang alles recht zuversichtlich im September 2021 bei einer Baustellen-Besichtigung mit Polit-Prominenz und der Übergabe eines Fördermittelbescheids. Seinerzeit kündigte das Unternehmen Huber Landtechnik GmbH (Huberpflug) an, mit dem neuartigen Huber-Pflugsystem kurz vor der Produktionsreife zu stehen und mit ihm voraussichtlich 2022 an den Markt zu gehen. 

Werktor monatelang geschlossen

Doch seitdem ist es ruhig geworden um das Unternehmen.  Zwar steht die Produktionshalle in der Pasewalker Gewerbestraße schon seit längerem, doch montiert wird hier noch immer nicht. In der Stadt Pasewalk gab es angesichts des monatelang geschlossenen Werktores zwischenzeitlich die Anfrage, ob die Halle zu kaufen sei.

Doch das Unternehmen hält, wenn auch mit Verzögerung, an seinen Plänen fest. Die Huberpflug Landtechnik schätze die Bedingungen in Pasewalk sehr und werde das Projekt am Standort unverändert fortführen, teilte die Firma auf Nordkurier-Nachfrage mit. "Da wir auf die Qualität unserer innovativen Produkte großen Wert legen und da durch die Komplexität des Pflugsystems auf verschiedenen Böden nach zusätzlichen Tests im Sommer 2023 weitere Anpassungen am Pflugmodell notwendig waren, kommt es zu einer Verzögerung des Produktionsstarts", hieß es. Man gehe davon aus, dass die Abschlusstests zur Produktionsreife in diesem Frühjahr abgeschlossen werden können. Der schon 2021 eingestellte Mitarbeiter vor Ort sei unverändert im Unternehmen beschäftigt und kümmere sich um alle Belange des Standortes. Zudem bestehe der Kontakt zum Bauernverband weiterhin und werde nach wie vor durch den Mitarbeiter gepflegt. 

Das Unternehmen will seinen Huberpflug in Pasewalk herstellen. Das Gerät soll ökonomisches und bodenschonenderes Arbeiten ermöglichen.
Das Unternehmen will seinen Huberpflug in Pasewalk herstellen. Das Gerät soll ökonomisches und bodenschonenderes Arbeiten ermöglichen. (Foto: Huber Soil Solution GmbH/ZVG)

Nach Angaben des Landesförderinstituts befindet sich das Unternehmen in der Umsetzung des Vorhabens. Der voraussichtliche Abschluss des Investitionsvorhabens solle spätestens bis zum 31. Dezember 2024 erfolgen, teilte das Wirtschaftsministerium in Schwerin mit. Das Institut hatte seinerzeit die Ansiedlung mit einer Förderung in Höhe von 1,2 Millionen Euro unterstützt. Das Unternehmen sei im Kontakt mit dem Landesförderinstitut. Dieses  informiere das Wirtschaftsministerium, sagte eine Sprecherin.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (rechts) übergab im September 2021 einen Fördermittelbescheid an Huberpflug-Geschäftsführer Frank Westermann (Zweiter von rechts) und Franz Huber (Dritter von links), den Erfinder des Gerätes.
Wirtschaftsminister Harry Glawe (rechts) übergab im September 2021 einen Fördermittelbescheid an Huberpflug-Geschäftsführer Frank Westermann (Zweiter von rechts) und Franz Huber (Dritter von links), den Erfinder des Gerätes. (Foto: Fred Lucius/Archiv)

Laut den Auflagen für die Förderung seien mit dem Vorhaben mindestens sieben Arbeitsplätze zu schaffen, so das Ministerium. Der Zuwendungszweck sei erreicht, wenn bis zum Ablauf der Zweckbindungsfrist die der Bewilligung zugrunde liegenden Voraussetzungen für die Förderfähigkeit der Maßnahme und die Zuwendungsfähigkeit der Ausgaben erfüllt sind. Das bedeute, dass die Arbeitsplätze in dieser Zeit der Zweckbindung bestehen bleiben müssen und die geförderten Wirtschaftsgüter dem Förderzweck entsprechend einzusetzen sind. "Die Zweckbindungsfrist beträgt fünf Jahre und beginnt mit dem Abschluss des Investitionsvorhabens", so die Sprecherin.

Kein intensiver Kontakt zur Firma

Nach den Regelungen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ solle ein Vorhaben grundsätzlich innerhalb von 36 Monaten umgesetzt werden. Bei Vorliegen besonderer Umstände, beispielsweise Lieferkettenengpässe, könne dieser Zeitraum verlängert werden.  Rückforderungen der Fördersumme seitens des Landes habe es bislang nicht gegeben.

Auch Wissenschaftsministerin Bettina Martin (SPD) zeigte sich interessiert daran, dass es mit dem Unternehmen in Pasewalk weitergeht. Intensiven Kontakt habe sie aber nicht zu der Firma, sagte Bettina Martin, die sich als Landtagsabgeordnete für die Region und als Ministerin für die Ansiedlung eingesetzt hatte. Bei Besuchen in Pasewalk tausche sie sich mit Bürgermeister Danny Rodewald zu Firmenansiedlungen wie die von Huberpflug aus. 

Weniger Diesel und Pestizide

Beim Huberpflug handelt es sich Firmenangaben zufolge um ein innovatives und patentiertes Bodenbearbeitungsgerät, wobei anders als bei herkömmlichen Pflügen rotierende Scheibenelemente eingesetzt werden. Der von Erfinder Franz Huber entwickelte Pflug spare Dieselkraftstoff und damit Kohlendioxid und reduziere den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Bei der Bodenbearbeitung seien weniger Arbeitsschritte notwendig. Die Ansiedlung geht auf die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Zentrum für Biogene Wertschöpfung und Smart Farming in Rostock zurück.