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Zahl der illegalen Einreisen nach Vorpommern mehr als verdoppelt

Anklam/Pasewalk / Lesedauer: 2 min

In den vergangenen Wochen häuften sich Nachrichten über illegale Grenzübertritte. Die Erstaufnahmeeinrichtungen sind bereits ausgelastet. Nun äußern sich die Behörden.
Veröffentlicht:22.09.2023, 05:35

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Die Zahl der unerlaubten Einreisen in der deutsch-polnischen Grenzregion in Vorpommern hat sich gegenüber dem vergangenen Jahr nach Angaben der Bundespolizei mehr als verdoppelt. Im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizeiinspektion Pasewalk seien seit Jahresbeginn bis Ende Juli 604 illegale Einreisen registriert worden, sagte Bundespolizeisprecher Torsten Tamm. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum 2022 waren es 287 Personen. 16 Prozent der aufgegriffenen Personen waren Frauen, 3 Prozent Kinder.

Illegale Einreisen vor allem an der östlichen Grenze

Zuletzt waren in der deutsch-polnischen Grenzregion am vergangenen Wochenende 19 eingeschleuste Personen aus Afghanistan, Indien, Syrien und dem Sudan aufgegriffen worden. Einen Tag später hatte die Bundespolizei bei Löcknitz sowie auf einem Feld an der Bundesautobahn 11 insgesamt 47 illegal eingereiste Personen aus Syrien festgestellt, unter ihnen acht Kinder. Sie wurden zum Großteil an die Erstaufnahmestelle des Landes in Stern-Buchholz gebracht worden. Eine Woche zuvor hatten 15 syrische Staatsangehörige, die von der Türkei und der Slowakei für jeweils 10.000 Euro nach Polen geschleust worden waren, zu Fuß die polnische Grenze nach Deutschland überschritten.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte vor wenigen Tagen angekündigt, den Kampf gegen Schleuserkriminalität zu intensivieren. Die Bundespolizei führe auch in Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen einer intensivierten Binnengrenzfahndung stichprobenartige und anlassbezogene Kontrollen des grenzüberschreitenden Verkehrs bis in einen 30 Kilometer tiefen Grenzbereich durch, bestätigte Tamm.

Derzeit bewege sich die illegale Migration nach Deutschland vor allem über die östliche Mittelmeerroute und im weiteren Verlauf über die Staaten der Balkanregion sowie über Belarus und Polen. Demzufolge sei Deutschland derzeit insbesondere von unerlaubten Einreisen über die östlichen und südlichen Landesgrenzen betroffen, die den derzeitigen grenzpolizeilichen Aufgabenschwerpunkt bildeten, sagte Tamm.

Erstaufnahmeeinrichtungen in MV derzeit voll ausgeschöpft 

Wenn eine festgestellte Person ein Asylgesuch äußere, dann werde diese grundsätzlich nach der Erstregistrierung an die nächstgelegene Erstaufnahmeeinrichtung weitergeleitet. Nach Angaben des Innenministeriums Mecklenburg-Vorpommern werden aufgrund der örtlichen Nähe auch Erstaufnahmeeinrichtungen in Berlin oder Brandenburg angefahren. Erst danach könne es vorkommen, dass die betreffenden Personen in die Einrichtungen in Nostorf-Horst mit 600 Plätzen oder Stern Buchholz mit etwa 1000 Plätzen verlegt werden. Die Unterbringungskapazität sei derzeit voll ausgeschöpft, sagte eine Ministeriumssprecherin.