StartseiteRegionalInsel RügenLandrat Stefan Kerth tritt wegen Asylpolitik aus der SPD aus

Vorpommern-Rügen

Landrat Stefan Kerth tritt wegen Asylpolitik aus der SPD aus

Stralsund / Lesedauer: 2 min

Der Landrat von Vorpommern-Rügen, Stefan Kerth, tritt aus der SPD aus. Als Grund verwies er besonders auf die aktuelle Asyl- und Migrationspolitik.
Veröffentlicht:06.11.2023, 16:47

Artikel teilen:

Stefan Kerth tritt aus der SPD aus. In einer Erklärung vom Montag nannte der Landrat von Vorpommern-Rügen als Grund die aktuelle Asyl- und Migrationspolitik der Partei. Er wolle aber weiter Landrat bleiben.

Seit 2018 Landrat von Vorpommern-Rügen

„Seit längerem nehme ich die Politik der SPD und des politischen Lagers links der Mitte als zu stark gesinnungsgeleitet und unzureichend an der Lebensrealität orientiert wahr“, teilte Kerth mit. Trotz einer zugespitzten Lage werde der Asyl-Kurs nur inkonsequent geändert. „Der Erfolg der AfD ist nach meiner Beobachtung eine direkte Folge einer von vielen als abgehoben und wirklichkeitsfremd empfundenen Politik.“ Auch das Bürgergeld kritisierte Kerth. Es befördere die Utopie eines anstrengungslosen Lebens.

Kerth hatte sich in der Vergangenheit wiederholt kritisch zur Migrationspolitik geäußert. Kerth ist seit 2018 Landrat von Vorpommern-Rügen. Von einem Eintritt in eine andere Partei war in Kerths Erklärung vom Montag keine Rede.

„Nach vielen Jahren Mitgliedschaft fällt mir der Austritt schwer“, erklärte Kerth in einem an den Landesverband gerichteten Schreiben.

Kerth hatte nach den starken Wahlergebnissen der AfD bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen die öffentliche Debattenkultur mit deutlichen Worten kritisiert. „Es ist Zeit für eine Entschuldigung gegenüber den neuen Bundesländern!“, schrieb er damals in einem Statement auf seiner offiziellen Facebook-Seite.

Gründe für die Unzufriedenheit der Wählerinnen seien vielmehr in der Politik der anderen Parteien zu suchen. „Der Gedanke, dass u.a. eine berechtigt als naiv empfundene Flüchtlingspolitik Grund für regierungskritische Stimmungen im Osten sein könnte, wurde nicht ernsthaft in Erwägung gezogen. Was wir erleben, ist schlicht ein Realitätsschock in der Flüchtlings- und Migrationspolitik. Dieser zeigt uns schonungslos, dass wir illegaler Migration mit ihren Nebenfolgen im Moment ohnmächtig ausgeliefert sind.“