StartseiteRegionalInsel RügenNeue Studien: LNG-Terminal auf Rügen überflüssig

Kritik an Schwesig-Regierung

Neue Studien: LNG-Terminal auf Rügen überflüssig

Mukran/Schwerin / Lesedauer: 2 min

Das geplante LNG-Terminal vor der Touristenhochburg bleibt ein politischer Zankapfel. Die CDU beruft sich auf neue Studien und setzt die rot-rote Landesregierung unter Druck.  
Veröffentlicht:09.02.2024, 11:49

Artikel teilen:

Bei ihren Ausbauplänen hinsichtlich der Terminal-Standorte für Flüssiggas (LNG) an Nord- und Ostsee verweist die Bundesregierung stets auf eine drohende Gasmangellage. Dies aber zieht Daniel Peters, designierter neuer Landeschef und Spitzenkandidat der CDU in Mecklenburg-Vorpommern, in Zweifel.

Erdgasverbrauch auf niedrigstem Stand seit 1995

Der vermeintliche künftige politische Gegenspieler von SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig beruft sich dabei auf aktuelle Studien des Institut für Energiewirtschaft und Finanzanalyse (IEEFA) und der Internationalen Energieagentur (IEA). Demnach habe sich die Kluft zwischen der europäischen LNG-Kapazität und der Nachfrage weiter vergrößert.

Die Auslastung der bestehenden Infrastruktur habe zwischen Januar und September 2023 bei durchschnittlich nur 58 Prozent gelegen, zitiert Peters aus den Studien. Parallel dazu habe sich der Erdgasverbrauch in Europa im Jahr 2023 um sieben Prozent verringert und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 1995.
 
"Die Studienergebnisse zeigen, dass die bestehenden LNG-Terminals ausreichen und es keinen Ausbaubedarf gibt. Insbesondere im Hinblick auf den rückläufigen Gasverbrauch in der EU und den LNG-Exportstopp durch die USA würde ein weiterer Zubau von LNG-Kapazitäten die Nachfrage stark übersteigen", betont der CDU-Politiker.

Peters: Terminals bieten ausreichend Puffer

Zudem biete die bei unter 60 Prozent liegende Auslastung der existierenden LNG-Infrastruktur ausreichend Puffer, um einer etwaig anziehenden Nachfrage gerecht werden zu können. "Insgesamt ist der verringerte Gasverbrauch in Europa ein positives Signal, denn dieser Rückgang wurde durch die Ausweitung der erneuerbaren Energien und die größere Verfügbarkeit von Kernenergie in unseren Nachbarländern beeinflusst", meint Peters.

Mit Blick auf das geplante - und äußerst umstrittene - LNG-Terminal in Mukran auf Rügen würden nach Einschätzung Peters' die genannten Studienergebnisse das Narrativ, dass das Terminal zur Erreichung der Energiesicherheitsziele benötigt würde, massiv in Zweifel ziehen.

„Schwesig-Regierung unternimmt wider besseren Wissens nichts“

"Bereits das LNG-Terminal in Lubmin hat die veranschlagte Mindestmenge von 5 Milliarden Kubikmeter Gas um 4 Milliarden verfehlt und leistet daher keinen erheblichen Beitrag zur Versorgungssicherheit. Da ist ein weiteres LNG-Projekt in der für Mukran geplanten Dimension schlicht unangemessen", fordert der Oppositionspolitiker das Aus für das Terminal - und richtet seine Kritik gegen die rot-rote Landesregierung: "Die Schwesig-Regierung weiß das und unternimmt wider besseren Wissens nichts."

Die Einspeisung in Lubmin sollte laut des CDU-Politikers zunächst auf die vorgegebene Menge erhöht werden, bevor neue Kapazitäten geschaffen würden. Dadurch wäre der Eintritt einer Gasmangellage noch unwahrscheinlicher und die Anwendbarkeit des LNG-Beschleunigungsgesetzes auf Mukran noch fraglicher.