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Pläne für LNG-Pipeline vor Rügen – ohne Prüfung der Umweltverträglichkeit

Stralsund / Lesedauer: 2 min

Die Pläne für die LNG-Pipeline werden am kommenden Dienstag veröffentlicht. Wer Einwände dagegen bei der zuständigen Behörde vorbringen will, hat dafür nur wenig Zeit.
Veröffentlicht:18.07.2023, 17:30

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Gegner des geplanten LNG–Projekts auf Rügen können bald ihre Einwände gegen einen Teil des Vorhabens amtlich machen. Konkret betrifft das den Bau eines 24 Kilometer langen Pipelineabschnitts vor der Ostseeinsel. Wie das Bergamt Stralsund mitteilt, werden die Pläne dafür im Zuge des Planfeststellungsverfahrens kommenden Dienstag veröffentlicht.

Verkürzte Fristen für Einsicht und Einwände

Den Angaben zufolge „soll die Leitung ausgehend vom Hafenbereich Mukran nach Südosten durch die Prorer Wiek bis auf Höhe Göhren östlich von Rügen verlaufen.“ Von dort soll die Leitung in einem späteren Bauabschnitt "in enger Parallelführung zu der Pipeline Nord Stream 2 in südwestlicher Richtung durch den Greifswalder Bodden bis zum Anlandepunkt der Molchempfangsstation Lubmin führen.“

Neben einer Onlineveröffentlichung werden die Pläne der Gascade Gastransport GmbH ab Dienstag auch in den Bauämtern der Gemeinde Binz, der Stadt Sassnitz, bei der Kurverwaltung der Gemeinde Sellin sowie im Stralsunder Bergamt selbst zur Einsicht für die Öffentlichkeit ausgelegt. Im Zuge des LNG–Beschleunigungsgesetzes sind "die Auslegungsfrist und die Einwendungsfrist verkürzt“, heißt es vom Bergamt. Demnach können die Pläne bis einschließlich zum 7. August eingesehen werden. Einwendungen gegen das Vorhaben müssen demnach bis zum 14. August bei Bergamt vorliegen.

Umweltverträglichkeit muss nicht geprüft werden

Aufgrund des LNG–Beschleunigungsgesetzes ist für das Vorhaben keine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig, heißt es. Ausgelegt werden sollen ab Dienstag aber u.a. Unterlagen über eine Umweltfachliche Bewertung, über eine Biotopschutzrechtliche Prüfung, über eine Flora–Fauna–Habitat–Vorprüfung und -Verträglichkeitsuntersuchungen sowie ein Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag. Zudem werden Karten über die marine Nutzungen und Infrastruktur, nationale Schutzgebiete, Oberflächensedimente, marine Biotoptypen und festgelegte Schiffsrouten veröffentlicht.