Neues im Digitalverlag Godern
Zum 100. Geburtstag von Kurt David: Gisela Pekrul legt DDR-Autor neu auf
Godern / Lesedauer: 3 min

Die Liste der Werke ist lang. Allein 30 Bücher hat Gisela Pekrul von ihm im eigenen Verlag veröffentlicht. Die Rede ist von Kurt David, einem einst erfolgreichem Schriftsteller, der insbesondere als Kinderbuchautor in der DDR bekannt wurde. Seine Werke erreichten nicht nur hohe Auflagen, viele wurden verfilmt. Kurt David wäre am 13. Juli 100 Jahre alt geworden. Gisela Pekrul hat sich dieses besondere Datum zum Anlass genommen, um an seine Werke zu erinnern.
Erst im vergangenen Jahr hat sich die Chefin des Verlags Edition Digital aus Godern intensiv mit dem Autor, der am 2. Februar 1994 in Görlitz verstorben ist, befasst. „Ich habe seinen Sohn Wolfgang angeschrieben, der selbst Bücher geschrieben hat, wie auch sein Bruder Hans-Peter. Nun habe ich sogar Werke von drei Davids“, sagt Pekrul. Selbst hat sie sich in der Jugend für die Abenteuerwerke des DDR-Schriftstellers interessiert. „Ich habe die Abenteuerromane ‚Der Schwarze Wolf‛ und ‚Tenggerie‛ gelesen. Seinen Klassiker ‚Freitags wird gebadet‛ habe ich zwar nicht gelesen, aber dafür den Film geguckt. Da haben wir alle herzlich gelacht“, sagt sie und muss auch jetzt beim Gedanken daran schmunzeln.
Die Leute interessieren sich immer noch für DDR-Schriftsteller. Kurt David gehört dazu.
Gisela Pekrul, Verlegerin aus Godern bei Schwerin
Was Kurt David so besonders macht, das kann Gisela Pekrul gar nicht sagen. Es ist seine Art, Geschichten zu erzählen. „Man muss es lesen.“ Die Godernerin macht es möglich. In ihrem großen Repertoire hat sie ihm einen Platz freigemacht. Und so manches der 30 Werke sogar bereits mehrfach in den vergangenen Monaten verkauft. „Die Leute interessieren sich immer noch für DDR-Schriftsteller. Kurt David gehört dazu“, erzählt die Verlegerin.
Und auch sie selbst hat zu Davids Werken gegriffen und die zu DDR-Zeiten vielgelesenen Musikerbiografien über Ludwig van Beethoven und Franz Schubert – „Begegnung mit der Unsterblichkeit“ und „Der Spielmann vom Himmelpfortgrund“ - verschlungen. „Die haben mir sehr gefallen, ich würde sie sogar in die Liste meiner Lieblingsbücher aufnehmen“, verrät sie.
Kurt David, der eigentlich Violinist werden wollte, wurde durch mehrere Kriegsverletzungen daran gehindert, sich seinen Traum zu erfüllen. Die Liebe zur Musik war jedoch geblieben - er schrieb einfach darüber. In den ersten Werken setzte er sich jedoch mit seiner eigenen Vergangenheit, Nationalsozialismus, Krieg und Gefangenschaft auseinander. Dazu gehören sein Debütroman „Die Verführten“ von 1956 und die 1975 ebenfalls von der Defa in der Regie von Christian Steinke verfilmte Novelle „Die Überlebende“ über eine im Zweiten Weltkrieg zerstörte Liebe.
„Ein wichtiger Teil des Werks von Kurt David, der sehr geschichtsinteressiert war und vor allem in den 1960er-Jahren mehrfach Reisen in die Mongolei und durch Polen, aber auch nach Frankreich, Österreich und Ungarn unternahm, sind Reiseberichte“, erzählt Gisela Pekrul und nennt Werke wie „Im Land der Bogenschützen - Reisebilder aus der Mongolischen Volksrepublik“ und „Polnische Etüden“.
Kinderbuch „Antennenaugust“ war einer seiner Erfolge
Große Beachtung fand Davids Kinderbuch „Antennenaugust“ über eine am Ende gescheiterte Rettungsaktion für einen kleinen, aus dem Nest gefallenen Bussard. Für sein literarisches Schaffen wurde Kurt David mehrfach ausgezeichnet, er erhielt 1970 den Alex-Wedding-Preis, 1973 den Nationalpreis, 1980 den Vaterländischen Verdienstorden und 1984 den Lion-Feuchtwanger-Preis.
Die E-Books, sowie die seiner Söhne, sind unter edition-digital.de und im Online-Buchhandel zu bekommen.






